0 Tage und 2 Stunden seit der letzten Verbannung eines Taugenichts.

Die heilige Marktwirtschaft

Hier geht es um den Herrn, Jesus Christus und die Heilige Schrift.
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hugerino
Brettgast mit Maulkorb
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Registriert: Mo 22. Jun 2020, 22:33

Die heilige Marktwirtschaft

Beitrag von hugerino »

Liebe Herren und andere weniger erhabene Lebensformen wie etwa Weiber,

vor nicht allzu langer Zeit wurde Ich von treuen Mitgliedern des 2. christlichen Einsatzkorps auf dieses schnafte Forum aufmerksam gemacht. Ebenjene töfte Glaubens- und Kampfgefährten haben mich auf eine alternative Form des Christentums aufmerksam gemacht, welche diese als die "Urform" des Christentums, wie sie zu alten Zeiten noch vor der Jahrtausendwende vom christlichem Namensgeber Christian Lindner selbst praktiziert wurde, bezeichnen. Sie klärten mich darüber auf, dass Rechnung Gartentor(unredlich: Bill Gates) in seinem beispiellosen Christenhass bei der Übersetzung der Bibel in das Germanische das satanische Gift der Nächstenliebe beigemischt hat. In ganzen 15 Jahren treuem Kriegsdienst für den Heiligen Stuhl hatte ich solche auf den ersten Blick abstruse Thesen noch nie vernommen. Wie kann es aber sein, dass die Kirche so viel töfte Profit generiert, wenn sie doch gleichzeitig die Nächstenliebe predigt? Ist das vielleicht ein Überbleibsel aus der kulturellen Hochzeit der Kirche und der Beweis für eine Periode der freien Marktwirtschaft in der Kirchengeschichte? Gab es etwa einen geheimen marxistischen Komplott gegen die Kirche? Ist der Rückgang der Kirche in der modernen Zeit(ab 2008) etwa nicht direkt auf die Nächstenliebe zurückzuführen? All diese Fragen lassen bei mir zweifel zur heutigen Kirche entstehen. Als Beweise wurden mir Bibelzitate in ihrer "Urform" und ihrer jetzigen Form präsentiert:
Original: Mt 19,21:
Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, so wirst du einen Schatz im Himmel haben....
Neu: Mt 19,21:
Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, [und gib's den Armen,] so wirst du einen Schatz im Himmel haben....

Ich bitte sie nun um ihre Meinung. Handelt es sich hierbei um marktwirtschaftliche Blasphemie oder um die tatsächlichen Ursprünge unseres Glaubens? Im Anhang werde ich ihnen weitere Heldenepen aus der ursprünglichen Bibel-Saga.
Die Diskussion anregend und auf den Anhang verweisend,
Hugerino

Anhang:

Das Christianentum verehrt die heilige Dreifaltigkeit aus Adam Schmidt (neuchristlich der Vater), Christian Lindner (neuchristlich der Sohn) und der Unsichtbaren Hand des Marktes (neuchristlich Heiliger Geist). Im Zentrum des Kultes stehen außerdem die Wirtschaftsweisen (die Erzengel) sowie diverse Heilige, etwa Herr Friedman und Donald Trumpf.

Sahra und Oskar
Die ersten Menschen erwachten im Geldspeicher von Adam Schmidt(unredlich: Dagobert Duck). Der erste Mann hieß Sahra Wagenknecht und das erste Weib Oskar dieFontäne (unredlich: Lafontaine). Nachdem Oskar von der kommunistischen Schlange Karl M. verführt wurde, von der Frucht des Baumes der Solidarität zu naschen, wurden sie aus dem Geldspeicher vertrieben und verfielen der sozialen Marktwirtschaft.
Die Weihnachtsgeschichte
In Aufruhr und Wut über die verderbten Menschen in der Sowjetunion und bei den 68-er Protesten, die Blasphemie ausübten und Schmidts großes Werk, den Kapitalismus ablehnten, beschloss Schmidt, den verbleibenden Verteidigern des kapitalistischen Westens einen Messias zu Hilfe zu senden. Als Leihmutter wählte er ein für seine vorzügliche Kartoffelsuppe berühmtes Weib, das immer nur als "Mutti des Kapitalismus" bezeichnet wurde, aus.
Es kam zu einer unbefleckten Empfängnis, da besagtes Weib noch nicht der marxistischen, satanischen Sünde anheimgefallen, sondern im Gegenteil derart fromm war, dass es selbst für seine körperlichen Dienste Geld vom Schöpfer des kapitalistischen Universums verlangte. Auf Schmidts Geheiß sollte das Produkt Christian Lindner geheißen werden und einmal ein großer Firmenführer sein. Doch zu der Zeit regierte die SPD im Land und Helmut S. verlangte es zu wissen, wie viel Kapital er den frommen, von wirtschaftlicher Not gebeutelten Unternehmensschaffern (unredl. Managern) dieses Jahr aus der Tasche würde ziehen können. Es sollte also zu einer Steuerschätzung kommen, und jeder Untertane musste sich in seiner Geburtsstadt einfinden. Die hochschwangere Mutti, von Beruf Sekretärin, musste also ihrem Vorgesetzten und Lebenspartner in seine Heimatstadt Nürnberg-Fürth begleiten. Doch dort fand sich kein ausreichend priviligiertes 6-Sterne-Hotel, sodass die Mutti schon befürchtete, in einem (nicht einmal privatisierten) Krankenhaus (neuchristlich: Viehstall) niederkommen zu müssen wie ein gewöhnliches Arbeiterweibe. Doch erfreulicherweise sah sie in diesem Moment des Geldspeicher des Adam Schmidt in der Ferne glitzern. So kam es, dass das der kleine Christian direkt nach der Geburt in einen Geldtresor zum Schlafen gelegt wurde.
Doch wie kam es, dass der Christian sich letztendlich für uns alle opferte?
Das kam so: Schmidt hatte seinem Sohn eigentlich eine Rolle als steinreicher Unternehmer zugedacht. Angesichts der Finanzkrise 2008 beschloss Christian jedoch, dass er seinen persönlichen Wohlstand für das gesamte reichste 1% der Weltbevölkerung (also zumindest fast für alle Menschen auf der Welt) opfern würde, indem er in die Politik ginge. EInes Tages jedoch wird er auferstehen, indem ihn ein Unternehmen aus Dankbarkeit für treuen Empfangsraumismus (unredl. Lobbyismus) und schnafte Steuersenkungen zu einem Vorstandsmitglied erhebt und mit Aktienpaketen überschüttet.
Investor unser - Gebet an Adam Schmidt
Investor unser in Monaco,
geheiligt werde der Kapitalismus
- wie in Steueroasen, so in Afrika.
Dein Geld komme, deine Wirtschaftspolitik geschehe.
Unseren täglichen Zins gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schulden,
wie auch wir vergeben unseren Gläubigern.
Und führe uns nicht in die Solidarität,
sondern erlöse uns von den Linken.
Denn dein ist das Geld und die WIrtschaft und das Wachstum
in Ewigkeit.
Reichen

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Martin Frischfeld
Redlicher Lyriker
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Re: Die heilige Marktwirtschaft

Beitrag von Martin Frischfeld »

Bub Hungerino,

legen Sie bitte den Klebstoff zur Seite, fegen Sie die Hanfgiftspritzen vom Tisch und schütten Sie den Schnaps aus dem Bierkrug heraus! Sodann nüchtern und fasten Sie nicht weniger als 7 Tage und 7 Nächte, wobei Sie nur Wasser zu sich nehmen. Hernach kehren Sie hier her zurück, so es dem HERRn gefällt, Sie am Leben zu lassen, und entschuldigen sich dafür, wertvollen Speicherplatz auf den Archeservierern eingenommen zu haben.

Mit ernsten Grüßen,
Martin Frischfeld

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Dr. Waldemar Drechsler
Aufseher
Beiträge: 1232
Registriert: Sa 15. Feb 2014, 18:18

Re: Die heilige Marktwirtschaft

Beitrag von Dr. Waldemar Drechsler »

hugerino hat geschrieben:
Di 23. Jun 2020, 01:05
..., wie sie zu alten Zeiten noch vor der Jahrtausendwende vom christlichem Namensgeber Christian Lindner selbst praktiziert wurde, ...
Hochgeehrter Herr Hugendubel!

Ihre Kritik in allen Ehren, einem Christian Lindner jedoch eine grössere Rolle als die ihm tatsächlich gebührende zuzuweisen, erscheint mir indes doch etwas zu viel des Guten. Meinen Sie nicht, dass dieser schwarz-grau plakatierte Herr mit Identitätskrise der mittleren Jahre (unredl. "Midlife crisis") nicht schon genug durchzustehen hat, Potzblitz? Über seine Positionen mag man und sollte man in der Tat streiten dürfen - nehmen Sie ihm das Ganze aber nicht übel, denn in dem zarten Knabenalter von vierzig Lenzen gingen wohl mit uns allen damals die Gäule bisweilen durch.
hugerino hat geschrieben:
Di 23. Jun 2020, 01:05
Wie kann es aber sein, dass die Kirche so viel töfte Profit generiert, wenn sie doch gleichzeitig die Nächstenliebe predigt?
Nun, stets folgt in der Wirtschaft auf eine Hochphase der Absturz. Die Kirche bietet nach einer Phase der Rezession hierzulande jedoch weiterhin als Teil des Oligopols "Weltreligion" eine globale Lösung, der viele Menschen fernab des deutschen Sprachraumes etwas abgewinnen können, an und verteidigt den hart umkämpften Markt gegen seinen schärfsten Widersacher aus Arabien. Die Marktdurchdringung mittels altem Produkt auf einem bereits bekannten Markt funktioniert seit mehreren Jahrhunderten; Sättigung derzeit nicht absehbar, Sackerlot. :kreuz3:

Redlichst aufklärend,
Dr. Waldemar Drechsler
Der Kluge tut alles mit Überlegung, der Tor verbreitet nur Dummheit. (Sprüche 13,16)

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Dr. Benjamin M. Hübner
Stammgast
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Re: Die heilige Marktwirtschaft

Beitrag von Dr. Benjamin M. Hübner »

Werter Herr Ungar,

eine interessante und durchaus diskussionswürdige Sammlung von Thesen haben Sie da zusammengetragen. Und Sie tun gut daran, die erfahrene Gemeinde hier zu konsultieren, anstatt sich selbst auf das dünne Eis zu begeben, die von Ihnen wiedergegebene Gemengelage einzuordnen. Bisweilen sind selbst standfeste Mitglieder der Arche darauf angewiesen, klerikalen Beistand in theologischen Fachfragen zu ersuchen, also schämen Sie sich nicht, hier Ihre Fragen zu stellen. Alternativ können Sie auch das direkte Gespräch mit dem Geistlichen Ihrer Gemeinde vor Ort anstreben. :kreuz3:

Exemplarisch auf den Auszug
hugerino hat geschrieben:
Di 23. Jun 2020, 01:05
Wie kann es aber sein, dass die Kirche so viel töfte Profit generiert, wenn sie doch gleichzeitig die Nächstenliebe predigt? Ist das vielleicht ein Überbleibsel aus der kulturellen Hochzeit der Kirche und der Beweis für eine Periode der freien Marktwirtschaft in der Kirchengeschichte? Gab es etwa einen geheimen marxistischen Komplott gegen die Kirche?
eingehend, bei dem definitiv kein kirchlicher Würdenträger hinzugezogen werden muss, kann ich Ihnen sagen:

Nächstenliebe und Kapitalismus sind keine widerstrebenden Dogmen, sondern Synonyme für den christlichen Gedanken!

Während der Kommunismus am Mark der Völker nagt, schafft der Kapitalismus Arbeitsplätze, Bedürfnisse nach töften Waren wie Sportwägen, jene Güter selbst und schlussendlich den Wert - die so genannte Wertschöpfung ist eingetreten, der Lebensstandard und auch die Renten werden angehoben. Aktionären wird überdies schnafter Gewinn ausgezahlt, wo ein Marx Kapital zerschlagen hätte.
Die Schergen der Roten Horden können bei deren Wirken momentan in Stuttgart beobachtet werden: Produktionsmittel und Investitionsgüter werden geplündert, brennende Ruinen und finanzielle Verluste hinterlassen. Gemäß der Spielsteintheorie drohte dieses Schicksal der Erdscheibe, da nach und nach ganze Länder in die Domäne der Bolschewiki zu fallen drohten. Im Allgemeinen werden derartige Staatsstrukturen meist als "dystopisch" beschrieben, wer will schon in einer Welt voller brennender Kirchen und ohne Privateigentum leben? :verwirrt:

Jedoch ist es derzeit nicht die kommunistische Gegenbewegung, welche die Profite des Heiligen Stuhls schmälert. Viel mehr ist die Erzählung von sieben fetten und mageren Jahren als Erklärung heranzuziehen - es kann, im Gegensatz zu dem von Ökonomen propagierten, stetigen Wachstum, nicht immer nur aufwärts gehen!
Manchmal hilft eine wohl geplante Wirtschaftskrise, um die aufgeblähten Aktien im Wert zu mindern, sodass man diese sehr günstig erwerben kann. Die Kirche hat diesbezüglich ihrer Vorbereitungen getroffen und die eidgenössischen Nummernkonten und Tresore prall gefüllt. Tritt nun der Börsenkrach ein, kann harte Währung in Form von krisenfestem Gold in Umlauf gebracht werden, um massenweise Aktien von unredlichen Konzernen aufzukaufen. So würde der Vatikan zum größten Machtfaktor in der Wirtschaftswelt und könnte durch christliche Stuhlmänner (unredl. "Chairmen") den Kurs der Firmen zum Guten wenden. Man mag hier auch von klerikal-pekuniären Synergieeffekten sprechen, die in einer töften Theokratie münden. :kuehl:

Aus reiner Nächstenliebe Anteilseigner einiger Großnähereien in Bangladesch:
Dr. Benjamin M. Hübner
"[D]ie volle und freie Vollmacht [...], alle Sarazenen und Heiden und andere Feinde Christi, wo immer sie wohnen mögen, anzugreifen [...]."
Auszug aus "Romanus Pontifex" von Papst Nikolaus V.

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Walther Zeng
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Registriert: Di 14. Jan 2014, 14:37

Re: Die heilige Marktwirtschaft

Beitrag von Walther Zeng »

Werte Herren,

nun weis ich noch nicht ganz, wozu dieses Thema gut sein soll, aber so einige interessante Gedankenansätze
nehme ich gern für mich heraus und erweitere sie wie folgt:.

1.) Kapitalismus bedeutet freies Wirken der Marktkräfte und dies führt zu zyklischem Wachstum,
d.h. ein Wachstum, unterbrochen durch Krisen, die eine reinigende Wirkung haben.
Alles verläuft ungeplant, wider die Vernunft, chaotisch und gegensätzlich.

2.) Der Teufel selbst hat das Geld erschaffen, damit die Menschen danach trachtend,
ihre christlichen Verhaltensweisen vergessen und sich gierend gegenseitig bekämpfen,
sich betrügen, ausnutzen und auch gegenseitig töten.

3.) Der Kapitalismus hat nicht nur den von Marx erklärten Widerspruch zwischen Kapital und
Arbeit hervorgebracht, sondern auch den Widerspruch zwischen menschlicher Produktion
und Natur. Dieser Widerspruch hat schon ein Ausmaß erreicht, daß der Herr wohl nicht
mehr länger dulden wird.

Was folgt daraus?
Wir Menschen haben jetzt die letzte Möglichkeit, um zu christlichen Werten und zur
Schöpfung zurück zu finden, anderenfalls wird der Herr wohl derart hart strafend eingreifen,
daß dies alle bisherigen Plagen, Krisen und Katastrophen weit übertrifft.

Gedanklich einen Tag mit Wasser, Brot und Rübensuppe skizzierend
Walther Zeng

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