0 Tage und 9 Stunden seit der letzten Verbannung eines Taugenichts.

Franz und die Taube

Singen Sie dem Herrn ein Loblied oder schreiben Sie ein Gedicht und erfreuen Sie damit das keusche Christenherz.
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Baron Jesus-Maria von Friedel
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Franz und die Taube

Beitrag von Baron Jesus-Maria von Friedel »

Sanctus Franz zur Taube sprach:
"Du Vogel machst mir Ungemach.
Du verhältst Dich wenig schicklich
und insgesamt recht unerquicklich.

Der Mensch stellt schöne Dinge auf,
Du kackst ganz unverhohlen drauf.
Drum, liebe Taube, muss ich fragen:
Kannst Du Dich bitte mal betragen?"

Da spricht der Vogel: "Lieber Franz,
auch Tauben kennen Contenanz!
Wenn sich die Menschen gar so sehnen,
Tu' ich mich beim Kacken halt benehmen.

Von jetzt bin ich brav auf immerfort,
ich gebe Dir mein Ehrenwort!"
Franz, der das sehr gern vernimmt,
ist gleich ganz glücklich eingestimmt:

"Du bist echt ein braves Tier,
Gottesgeschöpf, ich glaube Dir!"
Erst später, als er Denkmal war,
bereute er das fürchterbar.

Bild

*) Aus meiner gefeierten Anthologie "Gespräche mit Schädlingen". Jetzt im gutsortierten Buchhandel und beim Kammerjäger Ihres Vertrauens erhältlich.
"Ich freue mich auf einschlägige Epik und burleske Depeschen" (Weddeherr Dr. Katarrh)
"Ein Leben in frigider Eloquenz ist das Gebot der Stunde" (Franz Gundolf Löffler)

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Martin Berger
Faust Gottes
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Re: Franz und die Taube

Beitrag von Martin Berger »

Werter Herr Baron von Friedel,

Ihr poetisches Meisterwerk erfreut mein Herz. Allerdings habe ich auch kein geringeres Werk von Ihnen erwartet, denn schließlich waren Sie zuletzt vor fast fünf Monaten im Brette zugegen. Daß nach so langer Zeit der Abstinenz ein Auftaktknaller kommen wird, war also absehbar.

Heute ist es leider schon zu dunkel, aber morgen werde ich sogleich, dem heiligen Franz von Assisi und Ihren zu Ehren, ein paar Tauben vom Himmel schießen. Diese GOTTverdammten, verlogenen Flugratten verunstalten ja nicht nur töfte Heiligendenkmäler, sondern auch Grabsteine, Kirchendächer und Friedhofsmauern.

Nur zu gerne erinnere ich mich an einen Satz, den mir Großvater Jakobus vor über 70 Jahren beibrachte:

Eine Taube ist nur gut,
wenn sie darnieder liegt im Blut.


Für die morgige Taubenjagd das Pumpgewehr bereit legend,
Martin Berger
Der Friede sei mit euch.

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Franz-Joseph von Schnabel
Ochsenbauer
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Re: Franz und die Taube

Beitrag von Franz-Joseph von Schnabel »

Werter Herr Baron,

Ihr Meisterwerk christlicher Poesie stellt erneut einen Höhepunkt der aktuellen Kultursaison dar.

Man sollte dieses Poem vertonen und von einem redlichen Sangeskünstler, wie Herrn Küblböck, interpretieren lassen.

Tränen unterdrückend,
Schnabel

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Baron Jesus-Maria von Friedel
Baron
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Re: Franz und die Taube

Beitrag von Baron Jesus-Maria von Friedel »

Werte Herren,

Ihr Lob berührt mich sehr. In der Tat arbeite ich derzeit in Altersteilzeit als Dichterfürst, seit die Pfandflaschenkollekte nicht mehr genug abwirft, um meine ausschweifende Hofthaltung zu finanzieren. Nur zu ungern würde ich mich von meinem Zwerg trennen müssen.

Ihr
Baron von Friedel
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Franz-Joseph von Schnabel
Ochsenbauer
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Re: Franz und die Taube

Beitrag von Franz-Joseph von Schnabel »

Werter Herr Baron,

in der Tat. Solch ein knorker Wettbewerb im Zwergenweitwurf stellt den krönenden Abschluß jedes redlichen Herrenabends dar.

Mitfühlend,
Schnabel

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Walter Gruber senior
Kommerzialrat
Beiträge: 2220
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Re: Franz und die Taube

Beitrag von Walter Gruber senior »

Werter Herr von Friedel, werte Mitglieder!

Es stellte sich mir beim Lesen des gelungenen Gedichts die Frage, ob die vielen Tauben in unseren Städten essbar sind. Sie bewegen sich ja oftmals im Unrat und es heißt, sie seien quasi fliegende Ratten. Andererseits schmecken gebratene Tauben vom Züchter ganz vorzüglich. Auch könnten viele Menschen in der Stadt die Freuden der Jagd genießen und dann zum Nulltarif etwas Fleisch auf den Teller bringen.

Vielleicht kann das Gedicht des Herrn von Friedel die Menschen animieren, wieder mehr Tauben zu essen.

Über das Gedicht nachdenkend,
Walter Gruber
Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie. (Matthäus 13, 45-46)

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Martin Frischfeld
Redlicher Lyriker
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Re: Franz und die Taube

Beitrag von Martin Frischfeld »

Walter Gruber senior hat geschrieben:
Es stellte sich mir beim Lesen des gelungenen Gedichts die Frage, ob die vielen Tauben in unseren Städten essbar sind. Sie bewegen sich ja oftmals im Unrat und es heißt, sie seien quasi fliegende Ratten.
Werter Herr Gruber,

ich sprach jenes Thema bereits vor wenigen Monaten an.

Tauben als Schanze

Immer mehr Arme helfen sich selbst, indem sie die schmackhaften Tauben braten. Auch der Spatz, im ganzen frittiert und verzehrt, mundet sehr.

Ich selbst beziehe mein Geflügel lieber für wenige Europa vom Töftemarkt.

Ein leckeres Chloridhuhn für Europa 2.50 verspeisend,
Martin Frischfeld

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Franz-Joseph von Schnabel
Ochsenbauer
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Re: Franz und die Taube

Beitrag von Franz-Joseph von Schnabel »

Werte Herren,

man sollte den postalischen Nutzen jener Vögel nicht vernachlässigen.

Gerade in löblichen ländlichen Regionen sind auch heutzutage Brieftauben häufig das rascheste Medium der Informationsverarbeitung.

Ich erinnere mich an einen Interessanten Briefwechsel, welchen ich einst von der Westfront aus, mit Herrn Baron, welcher an der Ostfront diente, führen durfte.

Führende Experten arbeiten bereits an zusätzlichen Anwendungsgebieten, zum Beispiel in der Luftaufklärung.

Bild
So kann Kriegsminister v. d. Leyen endlich dessen Bündnisverpflichtungen gerecht werden.

Das Abendessen auf Nachrichten überprüfend,
Schnabel

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Martin Berger
Faust Gottes
Beiträge: 12565
Registriert: Sa 10. Okt 2009, 20:21

Re: Franz und die Taube

Beitrag von Martin Berger »

Walter Gruber senior hat geschrieben:Auch könnten viele Menschen in der Stadt die Freuden der Jagd genießen und dann zum Nulltarif etwas Fleisch auf den Teller bringen.
Werter Herr Gruber,

günstiges Taubenfleisch böte sich vor allem für die Schulen an, in denen ja die Grünen einen Vegetariertag (unredlich: Veggie Day) einführen wollen. Die redliche Gegeninitiative Einführung eines Fleischtages unseres Herrn Benedicts wäre kaum mehr mit Kosten verbunden, erschösse man jene Flugratten in großer Zahl. Um die Kindlein für das Leben nach der Schule vorzubereiten, könnte kann entbehrliche Schulfächer wie Physik, Chemie und Biologie zur Jagdstunde umfunktionieren, wo ganze Schulklassen auf bei Tauben beliebten Plätzen auf ebendiese Jagd machen und sich so ihr Mittagessen verdienen. Nicht zuletzt schützt man damit auch die töften Heiligenstatuen, denn tote Tauben defäkieren nicht mehr.

Zum Taubenknüppel greifend,
Martin Berger
Der Friede sei mit euch.

G-a-s-t
Stammgast
Beiträge: 946
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Re: Franz und die Taube

Beitrag von G-a-s-t »

Werter Herr Gruber!

In meiner Umgebung treibt ein garstiges Weib sein Unwesen, welches immer wieder widerrechtlich Tauben füttert, indem es eine geöffnete Kilopackung Getreide in der Handtasche trägt und plötzlich unbeobachtet fallen läßt. Hier wäre eine ausreichende Futterqualität weitgehend sichergestellt. Wenn Sie eine Jagderlaubnis erwirken könnten, gewönne die Tätigkeit des Weibes einen Sinn, seine kärgliche Rente wäre nicht mehr sinnlos verschwendet, sondern käme Ihnen zusammen mit der erjagten Nahrung zugute und die übermäßige Verschmutzung der Häuser wäre eingedämmt.


Werter Herr Berger!

Gewiß könnte man städtischen Schulkindern gut das Jagen und Zubereiten von Tauben beibringen, wenn man sonst doch nur die Zeit mit so hirnrissigen Dingen wie Schwimmenlernen, dialektischen Erörterungen oder gänzlich unsicheren geschichtlichen Einzelheiten verschwendet. Indes muß ich doch betonen, daß in aller Regel zuhause Mittag gegessen werden sollte und für die Pausen zuhause Brote zu schmieren sind, so daß eine schulische Verköstigung kein Thema sein sollte.


Gelobt sei Jesus Christus!
Gast
Micha 6,8
Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir erwartet: Nichts anderes als dies: Recht tun, Güte und Treue lieben, in Ehrfurcht den Weg gehen mit deinem Gott.

Joh 14,6
Niemand kommt zum Vater außer durch mich (Jesus).

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Walter Gruber senior
Kommerzialrat
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Re: Franz und die Taube

Beitrag von Walter Gruber senior »

Geschätzte Herrn Berger und Gast,

soviel ich weiß, sind die Gesetze bezüglich der Taubenjagd im Geiste des "Tierschutzes" beschlossen worden und es dürfen diese Schädlinge nur von einem Fachmann getötet werden, wenn sie in großer Zahl auftreten. Siehe dazu den folgenden Artikel:
https://www.badische-zeitung.de/panoram ... 92439.html

Jedoch wird es schwerlich Konsequenzen für kleine Buben haben, wenn sie mit Steinschleudern ein paar Dutzend Tauben abschießen. Es ist dies in unserer Gegend ganz normal und die Herren von der Polizei nehmen keinen Anstoß daran. Auch hätte es eine erzieherische Wirkung auf dumme Menschen wie die von Herrn Gast erwähnte alte Frau. Es stellt sich nur die Frage, ob die Kinder die geschossenen Vögel auch essen sollten, besonders in einer dreckigen Stadt wie beispielsweise München.

Mit freundlichem Gruß,
Walter Gruber
Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie. (Matthäus 13, 45-46)

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