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Einsatz der modernen Technologie in der Gemeindearbeit

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Walter Gruber senior
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Einsatz der modernen Technologie in der Gemeindearbeit

Beitragvon Walter Gruber senior » So 4. Feb 2018, 12:59

Werte Mitglieder,

heute war es wieder an mir, die Anwesenheitsliste bei der Sonntagsmesse zu führen. Unser Herr Pfarrer legt großen Wert darauf, die Aktivität der einzelnen Mitglieder in der Gemeinde zu dokumentieren und festzustellen, wo ein Bedarf nach Hausbesuchen und Nachschulungen besteht. Auch der Herr Bürgermeister greift gerne auf diese Informationen zurück, wenn es etwa um die Vergabe von Posten oder Wohnungen geht. Weiters haben wir die Mitglieder aller anderen Konfessionen, sowie die Einwohner "ohne Bekenntnis", die Homosechsuellen, die Kommunisten, die Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei und die Arbeitslosen genau erfasst und es gibt in der Gemeinde viele Aktivitäten, um diese Gruppen zu betreuen.

Wir verwenden momentan das Programm Excel, um diese Daten zu verwalten und auszuwerten. Die Anwesenheitslisten selbst führen wir jedoch handschriftlich. Sie können sich denken, dass es auf diese Weise recht lange dauert, bis alle Kirchgänger erfasst sind. So hat die Messe oftmals schon angefangen, wenn die letzten Frauen zu ihren Plätzen gelangen.

Es würde mich an dieser Stelle interessieren, wie die Erfahrungen in den anderen Gemeinden mit der sogenannten Datenverarbeitung und generell mit dem Einsatz der modernen Technik sind.

Neuem gegenüber stets aufgeschlossen,
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Re: Einsatz der modernen Technologie in der Gemeindearbeit

Beitragvon ArmerSuender » So 4. Feb 2018, 13:28

Werter Herr Gruber,

es ist wahrlich eine verrückte Welt, in die wir leben. Früher nahm man Block und Stift zur Hand, führte Strichlisten und heute meinen wir für all diese Tätigkeiten einen tragbaren Rechner zu benötigen. Moses hielt auch keine Machtpunkt-Präsentation zu den zehn Geboten. Er meißelte sie in Stein. Dort konnte kein bissmünzensüchtiger Hacker aus fremden Ländern die Gebote zerhacken, bevor Moses etwas davor mitbekam.
Ihr Interesse an der modernen Technologie in allen Ehren, doch "Wahret den Anfängen!" ist selten verkehrt. Womöglich ließen sich einige Weiber der Gemeinde einspannen, um einfache und dennoch langwierige Prozesse der Datenverarbeitung wie die simple Eingabe zu erledigen? (sicherheitshalber in mehrfacher Ausführung)

Den Einsatz von Kameraüberwachung stelle ich mir jedoch sehr gewinnbringend vor. Nur der HERR selbst sieht alles, folglich werden auch Sie das eine oder andere Fehlverhalten im Kirchenalltag übersehen. Die Moral in der Gemeinde wird sicher ansteigen, nachdem sich herumgesprochen hat, dass die Kirche kameraüberwacht ist und fehlende Frömmigkeit auch im Nachgang bestraft werden kann.

So hat die Messe oftmals schon angefangen, wenn die letzten Frauen zu ihren Plätzen gelangen.
Wen stört es, dass die Weiber sich um Stehplätze drängen, solange alle Menschen rechtzeitig ihren Sitzplatz gefunden haben? Wenn das Weib nicht rechtzeitig die Kirche betritt, hat es gesündigt und wird vom Manne gezüchtigt. Es ist die Schuld der Weiber, nicht Ihre, dass die Messe beginnt, während sie draußen noch tratschen. Mit einer schnaften Kamera am Eingang jedoch könnten Sie auf die Dreißigstelsekunde genau feststellen, wann welches Weib die Schwelle überschreitet.

Die Option einer Kamera für die heimische Küche eruierend
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Re: Einsatz der modernen Technologie in der Gemeindearbeit

Beitragvon Martin Berger » So 4. Feb 2018, 13:31

Werter Herr Gruber,

uns redlichen Christen wird oftmals vorgeworfen, daß wir nicht mit der Zeit gehen, ja gar im Mittelalter leben würden. Welch ein Unsinn! Freilich: Das Altbewährte wirft man nur ungern über den Haufen, doch auch den modernen Gerätschaften sollte man eine Schanze geben. So wurde bereits vor gut zwei Jahren vor dem Eingang der Kirche Kameras zur Gesichtserkennung installiert, die wöchentlich am Sonntag zur Heiligen Messe scharfgeschalten sind.

Die von den Kameras registrierten Personen werden mit einer Datenbank abgeglichen, in welcher alle Gemeindebürger aufgelistet sind. Wer unpünktlich ist, gilt, trotz späterer Anwesenheit, als "Nicht zur Messe erschienen". Nach Abgleich der Daten wird dem Pfarrer eine Liste des Lumpenpacks, welches unentschuldigt nicht zum GOTTesdienst erschien, ausgedruckt, die nach dem Heraustreten aus der Sakristei vorgelesen wird.

Längst im 21. Jahrhundert angekommen,
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Re: Einsatz der modernen Technologie in der Gemeindearbeit

Beitragvon Martin Frischfeld » So 4. Feb 2018, 16:17

Werter Herr Gruber,

unser Pfarrer Herr Tabakrauch unterhält ein zuverlässiges Netz aus Helfern, die ihm Mißstände aus der Gemeinde zutragen. Kommt mal jemand nicht zur Messe, so eilen schleunigst drei bis vier jener tapferen Schränke zum verlorenen Schaf, um es schnellstmöglich wieder zur Herde zu bringen. Wegen der großen Eile - es geht schließlich um das Seelenheil - kommt es schon Mal vor, daß einer der Abgängigen dann auf dem Weg zur Kirche mehrmals stolpert und sich etwas verletzt. Jene kleinen Brüche und Prellungen nehmen diese Sünder aber als gern willkommene Sühnemöglichkeit entgegen.
Im Übrigen wurde bereits das Implantieren elektrischer Hostien unter die Haut diskutiert, die sowohl Mikrofon- als auch Ortungsfunktionen besitzen.
Leider fanden wir im Medienmarkt kein solches Gerät.

Traurig ob der kargen Auswahl an kirchlicher Überwachungsausrüstung,
Martin Frischfeld

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Re: Einsatz der modernen Technologie in der Gemeindearbeit

Beitragvon Antrophos » So 4. Feb 2018, 17:11

Werte Herren,
ich bin vollständig davon überzeugt, dass alle Ihre Ideen einem fürsorglichen, wohlmeinenden Herzen entspringen. Dennoch: Was hat der HERR davon, wenn man die Menschen mit Zwang in die Kirche bringt? Er will Menschen die ihm aus freien Stücken dienen. Wenn man Gewalt anwendet, werden die Leute doch GOTT als Feind betrachten? Es ist unsere Aufgabe, den Menschen die Botschaft der Liebe GOTTES zu bringen. Wer sie aber ablehnt, auch wenn wir uns noch so viel Mühe geben, den zu zwingen wäre doch gegen seine gottgegebene Freiheit?
Dem atheistischen Nachbarn aus dem Johannesevangelium vorlesend,
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Walter Gruber senior
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Re: Einsatz der modernen Technologie in der Gemeindearbeit

Beitragvon Walter Gruber senior » So 4. Feb 2018, 18:45

Werter Herr Anthropos,

ich möchte als Antwort auf Ihre Ansicht, dass der Mensch nicht zum Guten gezwungen werden solle, einen griechischen Philosophen zitieren, der durch seine Wahrheitsliebe und die Strenge seiner Logik als Vorläufer des christlichen Denkens gelten kann:
Wir sind das was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.

(Aristoteles, Nikomachische Ethik)

Es ist daher möglich, den Menschen durch eiserne Disziplin soweit zu bringen, dass ihm das rechte Handeln und ein ordentlicher Lebenswandel zur zweiten Natur werden. Keinesfalls darf man Nachlässigkeit dulden und den Mitgliedern der Gemeinde erlauben, unentschuldigt der Sonntagsmesse fernzubleiben, das Äußere zu vernachlässigen, bei der Arbeit Zeit zu vertrödeln, das Haus ungeputzt und die Einfahrt ungeräumt vom Schnee zu belassen. So begibt sich der Mensch nämlich in Gefahr, der Todsünde der Trägheit anheimzufallen!

Einen schönen Sonntag wünscht Ihnen
Walter Gruber
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Re: Einsatz der modernen Technologie in der Gemeindearbeit

Beitragvon Antrophos » So 4. Feb 2018, 20:03

Werter Freund Gruber,
möglich ist vieles, die Frage ist, ob es erlaubt ist. Und ich zitiere wieder einmal den Katechismus:

1738 Freiheit wird in zwischenmenschlichen Beziehungen ausgeübt. Jeder Mensch hat das natürliche Recht, als ein freies, verantwortliches Wesen anerkannt zu werden, weil er nach dem Bilde Gottes geschaffen ist. Alle Menschen sind einander diese Achtung schuldig. Das Recht, die Freiheit auszuüben, ist untrennbar mit der Würde des Menschen verbunden, besonders in sittlichen und religiösen Belangen [Vgl. DH 2]. Dieses Recht muß durch die staatliche Gesetzgebung anerkannt und innerhalb der Grenzen des Gemeinwohls und der öffentlichen Ordnung geschützt werden [Vgl. DH 7].

Das werden Sie doch gewiß nicht leugnen?

Auch Ihnen einen schönen Sonntag,
Eduard Anthropos
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Re: Einsatz der modernen Technologie in der Gemeindearbeit

Beitragvon Dr. Benjamin M. Hübner » So 4. Feb 2018, 20:22

Walter Gruber senior hat geschrieben:Wir verwenden momentan das Programm Excel, um diese Daten zu verwalten und auszuwerten. Die Anwesenheitslisten selbst führen wir jedoch handschriftlich. Sie können sich denken, dass es auf diese Weise recht lange dauert, bis alle Kirchgänger erfasst sind. So hat die Messe oftmals schon angefangen, wenn die letzten Frauen zu ihren Plätzen gelangen.

Werter Herr Gruber,

das Weichwarenprogramm Echsenzelle (unredl. "Excel") eignet sich auch hervorragend, um die gesammelten Daten auszuwerten. Schalten Sie für höchste Ansprüche die "sichtbare Basis für Anwendungen" frei, durch welche sich einige knorke Automatismen einrichten lassen. Hernach erledigt ein zuverlässiger 386er jene Auswertungsarbeiten, für welche sich tumbe Sekretärinnen nicht eignen. :redlich:

Den Ferritkernspeicher mit den Daten der letzten Knabbubenstreife fütternd,
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Re: Einsatz der modernen Technologie in der Gemeindearbeit

Beitragvon Walter Gruber senior » So 4. Feb 2018, 21:35

Lieber junger Freund Anthropos,

es ist mir nicht ganz klar, worauf Sie hinauswollen, und warum das Drängen auf die Einhaltung von Selbstverständlichkeiten der Freiheit zuwiderlaufen sollte. Es hat ja jeder Mensch - um das schon erwähnte Beispiel noch einmal aufzugreifen - die Wahl, entweder zur Morgen- oder zur Abendmesse zu gehen. Schlimmstenfalls hätte er sogar die Wahl, sich ganz von der Kirche abzumelden und somit in die Klauen des Satans zu begeben.
Antrophos hat geschrieben:1738 Freiheit wird in zwischenmenschlichen Beziehungen ausgeübt. Jeder Mensch hat das natürliche Recht, als ein freies, verantwortliches Wesen anerkannt zu werden, weil er nach dem Bilde Gottes geschaffen ist. Alle Menschen sind einander diese Achtung schuldig. Das Recht, die Freiheit auszuüben, ist untrennbar mit der Würde des Menschen verbunden, besonders in sittlichen und religiösen Belangen [Vgl. DH 2]. Dieses Recht muß durch die staatliche Gesetzgebung anerkannt und innerhalb der Grenzen des Gemeinwohls und der öffentlichen Ordnung geschützt werden [Vgl. DH 7].

Das werden Sie doch gewiß nicht leugnen?

Es handelt sich hier naturgemäß um die Freiheit, Verantwortung zu übernehmen und ein tugendhaftes Leben zu führen. Auch der Staat hat darauf zu achten, dass die Menschen im Einklang mit der christlichen Religion leben können!

Das sind Selbstverständlichkeiten, die ich selbstredend nicht leugnen kann.

Mit freundlichem Gruß,
Walter Gruber
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Re: Einsatz der modernen Technologie in der Gemeindearbeit

Beitragvon G-a-s-t » Mo 5. Feb 2018, 17:09

Werte Herren!

Walter Gruber senior hat geschrieben:Es würde mich an dieser Stelle interessieren, wie die Erfahrungen in den anderen Gemeinden mit der sogenannten Datenverarbeitung und generell mit dem Einsatz der modernen Technik sind.


Alles überflüssig und abzulehnen!
... Nun, wenn ich es mir ganz genau überlege: Bei uns steht während des Sonntagsgottesdienstes immer ein metallenes Schild mit dem Inhalt "Gottesdienst, bitte nicht stören" unübersehbar vor der Tür - oft so positioniert, daß man es zur Seite schieben muß, um den Türgriff zu erreichen. Dieses Schild wird von Fremden regelmäßig in rüpelhafter Weise mißachtet. Mit der Idee, dieses Schild und/oder den äußeren Türgriff während des Gottesdienstes mit einigen hundert Volt moderner Elektrizität zu laden, könnte ich mich vielleicht allenfalls anfreunden.

Mit verbindlichem Gruße
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Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir erwartet: Nichts anderes als dies: Recht tun, Güte und Treue lieben, in Ehrfurcht den Weg gehen mit deinem Gott.

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