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Erdlagererung (unredl. Geocaching)

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Wolfgang Bartsch
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Erdlagererung (unredl. Geocaching)

Beitragvon Wolfgang Bartsch » Mi 1. Aug 2018, 07:50

Verehrte Gemeinde,

auf einer knorken Pilgerfahrt stieß ich auf eine Gruppe Jugendlicher, die mit einer elektrischen Landkarte auf der Suche nach sogenannten Erdlagerung waren. Das sind kleine Lichtbilddosen und Brotdosen, die zur Schändung der Umwelt an verschiedenen Orten versteckt werden, wohlmöglich um unredliche Dinge wie Drogen oder Sechslichtbilder auszutauschen. Meist liegt dortin auch ein Zettel mit Geheimnamen, der offenbar das Aufnahmeformular einer schwarzmagischen Sekte zu sein scheint.

Selbst Gipfelkreuze, Heiligenstöcke, Friedhöfe und Kirchenwände bleiben von diesen Jugendlichen nicht verschont. Als töfter Christ versuche ich immer, diese grauenhaften Teile zu entsorgen, aber sie tauchen nach wenigen Tagen immer an den gleichen Stellen wieder auf. Ist das ein Werk des Unaussprechlichen?

Völlig fassungslos die Wurfbibeln schärfend,

Wolfgang Bartsch

MarcelSteiner
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Re: Erdlagererung (unredl. Geocaching)

Beitragvon MarcelSteiner » Fr 10. Aug 2018, 22:35

Werter Wolfgang,
ich habe mich schon einmal mit meiner Familie auf die Suche nach einem solchen Schatz gemacht und kann sie beruhigen. Es handelt sich hier um eine völlig harmlose Freizeitbeschäftigung an der frischen Luft.

Die Schätze bestehen wie sie schon erwähnt haben meist aus wasserdichten Brot- und Filmdosen, die in der freien Natur versteckt werden. Anschließend notiert man sich die Erdkoordinaten der Stelle, an der man den Schatz versteckt hat und veröffentlicht sie meistens im Internetz. Um es noch schwieriger zu machen, den Schatz zu finden, kann man einige Stellen der Koordinaten durch Platzhalter ersetzen, die ein Schatzsucher dann z.B. durch Zahlenrätsel herausfinden muss.

Wenn man die Koordinaten ermittelt hat, kann man diese in sein Telefon/Navigationssystem eingeben und so den Schatz finden.

Noch kurz etwas zum Inhalt der Dosen: diese beinhalten fast immer:

- einen Aufkleber mit der Nummer des Schatzes und dem Hinweis, dass es sich bei dieser Dose um einen solchen handelt
- ein Logbuch (meistens ein kleines Notizbuch oer bei Filmdosen ein Papierstreifen, auf dem die erfolgreichen Schatzsucher ihren Namen verewigen können)
- ein Stift (zum Ausfüllen von obengenanntem Logbuch)
- Tauschgegenstände (meistens Plastikspielzeug oder andere kleine, interessante Gegenstände, wenn man einen davon haben möchte, muss man einen anderen, gleichwertigen mitbringen und ihn dadurch ersetzen

Was ihre Befürchtung, diese Dosen könnten unredlichen Inhalt haben, angeht: ich habe bisher erst einen solchen Schatz gefunden und kann versichern, dass dort nur harmloses Plastikspielzeug zum Tausch enthalten war. Sollte ein Schatzsucher tatsächlich Illegales oder Unangemessenes dort finden, so kann er es natürlich der Polizei melden oder selbst entfernen. Dieses Spiel hat klare Regeln, die auch im Netz nachzulesen sind. So ist es auch verboten, Nahrungsmittel in Schatzdosen zu packen, da dies wilde Tiere anlocken könnte und die Schätze dürfen nicht so versteckt werden, dass der Verstecker oder der Sucher dabei fremdes Eigentum oder die Natur zerstören (Löcher graben ist z.B. verboten).

Wenn sie durch Zufall einen solchen Schatz finden, können sie ihn gerne öffnen und nachsehen. Sollte aber nichts Verbotenes enthalten sein, müssen sie diesen wieder an dem Ort verstecken, an dem sie ihn gefunden haben. Ansonsten können andere Schatzsucher den Schatz nicht mehr finden. Wenn sie dies über das Internetz dem Verstecker melden, muss dieser den Schatz unter Umständem erneut vorbereiten und verstecken, damit andere wieder daran Spaß haben können.

Ich hoffe, ihnen helfen zu können
Marcel


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