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Meine Tätigkeit für unsere Kirchenzeitung - ein Dilemma

Hier können Sie um christlichen Rat ersuchen und Ihre Sünden beichten.

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Walter Gruber senior
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Meine Tätigkeit für unsere Kirchenzeitung - ein Dilemma

Beitragvon Walter Gruber senior » Mi 14. Dez 2016, 20:15

Sehr geehrte Herren,

ich habe bewusst diese Anrede gewählt, da ich mir kompetenten Rat erhoffe. Es treibt mich nämlich eine Frage um, bei der ich mittlerweile weder ein noch aus weiß.

Vor ein paar Monaten habe ich mich an die Redaktion unserer Kirchenzeitung gewandt, um die Vorstellung interessanter Bücher und Romane, sowie erbaulicher Theaterstücke anzuregen. Weil ich nämlich wenig Zeit habe, freue ich mich über Hinweise auf solche Werke, welche mir helfen, die Seele (wie man sagt) baumeln zu lassen. Leider besteht die kulturelle Produktion in unserer Zeit fast ausschließlich aus Schund, wodurch es einen großen Aufwand darstellt, quasi die Perlen in jener Giftmüllhalde aufzufinden.

Als Antwort erhielt ich die Aufforderung, nun wöchentlich eine Kolumne zu schreiben, welche einen Roman, einen Film oder ein Theaterstück vorstellt, in allen Einzelheiten bespricht, sowie dem Leser den Ratschlag gibt, das Werk entweder zu genießen oder zu meiden. Da ich sehr hilfsbereit bin, war es mir unmöglich, jene Aufforderung zur Mitarbeit abzuschlagen. Folglich habe ich nunmehr sieben solche Artikel verfasst, welche sogleich größtes Aufsehen erregten und unsere Kirchenzeitung zum gefragten Medium in der gesamten Umgebung machten. Man erwägt demnächst eine Steigerung der Auflage von 10.000 auf 15.000 Exemplare. Sämtliche Leser sind sich darin einig, dass meine Artikel nicht nur kurzweilig geschrieben sind, sondern eine genaue Kenntnis jener Werke offenbaren und von einem langen Prozess des Nachdenkens zeugen.

Ich möchte dies gar nicht in Abrede stellen, jedoch in diesem Kreise darauf hinweisen, dass ich keinesfalls bereit bin, die jeweils aktuellen Werke tatsächlich zu konsumieren, da sie großteils schlecht sind und mein Seelenheil und vor allem mein ästhetisches Empfinden gefährden würden. Vielmehr lese ich einige Absätze auf diversen Internetz-Seiten, was als Grundlage für das Verfassen eines mehrseitigen Artikels völlig ausreicht und sich leicht in zehn Minuten bewerkstelligen lässt.

Nun hat sich allerdings die örtliche Fachhochschule mit der Bitte um eine Lehrveranstaltung an mich gewandt und ein christlicher Verlag ist mit dem Ansinnen vorstellig geworden, einen christlichen Führer durch die Popkultur des ganzen Jahres 2016 zu verfassen. All dies würde mich einerseits in die Verlegenheit bringen, mich mit jenem Dreck tatsächlich eingehend zu beschäftigen und meine vielen Verpflichtungen zu vernachlässigen! Andererseits habe ich mich noch nie im Leben vor etwas gedrückt und es besteht immerhin Aussicht, unsere Kirchenzeitung zum Leitmedium der ganzen Region zu machen und die kommunistischen Hetzblätter (etwa die Süddeutsche Zeitung und die hiesige Kronen Zeitung) in unserer Gegend allmählich vom Markte zu verdrängen.

Angeekelt ein Plakat des Films Geisterjäger (unredl. Ghostbusters) betrachtend,
W, Gruber
Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie. (Matthäus 13, 45-46)

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Re: Meine Tätigkeit für unsere Kirchenzeitung - ein Dilemma

Beitragvon Franz-Joseph von Schnabel » Mi 14. Dez 2016, 20:33

Werter Herr Gruber,
ein starker Glauben bedeutet alles, profan erworbenes Wissen hingegen bedeutet nichts!
Wenn Sie Kraft göttlicher Inspiration bereits wissen, daß sich jenes unredliche Machwerk uninteressant und enervierend gestaltet, wäre es geradezu sündig, diese Glaubensweisheit zeitraubend zu verifizieren.
Folgen Sie der Stimme Ihres Herzen und bewahren Sie unschuldige Opfer durch Ihre Werke.
Für Sie betend,
Schnabel
Trotz der negativen Presse covfefe.

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Benedict XVII
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Re: Meine Tätigkeit für unsere Kirchenzeitung - ein Dilemma

Beitragvon Benedict XVII » Mi 14. Dez 2016, 20:34

Werter Herr Gruber,

für einen löblichen Christen ist ein kurzer Blick auf das Plakat eines Tonfilms oder die Rückseite eines Buches vollkommen ausreichend, sich hierüber eine umfassende, detaillierte Meinung zu bilden.
Hiernach sind Sie in der Lage, über das besprochene Werk umfassende Auskunft zu erteilen - zumal > 99% der im örtlichen Lichspielhaus aufgeführten Tonfilme ketzerischer Schund sind.
Eine Rezension über den Tonfilm "Geisterjäger" passt weitestgehend ebensogut zu "Wächter der Galaxis" oder der neueste Ketzerei aus der "Sternenkrieg" - Reihe. Die paar unwesentlichen Unterschiede zwischen diesen Hetzfilmen erschließen sich bereits durch den Blick auf das zugehörige Aushangplakat des Tonfilms. Satanistische Hauptdarsteller, mörderische Gewaltdarstellung sowie die Verherrlichung von Sechsualität finden Sie in sämtlichen aktuellen Tonfilmen.
Sie können getrost die Ihnen angebotene Stellung annehmen, ohne sich näher mit diesem Schund beschäftigen zu müssen.

Auf den Niedergang der Süddeutschen Zeitung, Kronenzeitung, Zeit, FAZ und sonstiger pornographischer Druckerzeugnisse freuend

Benedict XVII
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Walter Gruber senior
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Re: Meine Tätigkeit für unsere Kirchenzeitung - ein Dilemma

Beitragvon Walter Gruber senior » Mi 14. Dez 2016, 21:23

Sehr geehrte Herren,

vielen Dank für Ihren Zuspruch!
Benedict XVII hat geschrieben:für einen löblichen Christen ist ein kurzer Blick auf das Plakat eines Tonfilms oder die Rückseite eines Buches vollkommen ausreichend, sich hierüber eine umfassende, detaillierte Meinung zu bilden.
Hiernach sind Sie in der Lage, über das besprochene Werk umfassende Auskunft zu erteilen - zumal > 99% der im örtlichen Lichspielhaus aufgeführten Tonfilme ketzerischer Schund sind.

Dies gibt mir nunmehr die innere Kraft, eine vernichtende Kritik über den oben erwähnten Film zu schreiben. Auch scheint dieses Verfahren ohnehin das in der Kulturpublizistik übliche zu sein.

Mit freundlichem Gruß,
Walter Gruber
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Re: Meine Tätigkeit für unsere Kirchenzeitung - ein Dilemma

Beitragvon G-a-s-t » Do 15. Dez 2016, 16:56

Werter Herr Gruber!

Philipper 4,8
Schließlich, Brüder: Was immer wahrhaft, edel, recht, was lauter, liebenswert, ansprechend ist, was Tugend heißt und lobenswert ist, darauf seid bedacht!


Stellen Sie also in Ihrer Kolumne in erster Linie gute Bücher vor und nicht Warnungen vor Schund. Letzteren können Sie in einem Mal gesammelt abhandeln, da sich seine Inhalte immer wiederholen.

Ich vermutete immer, dass Sie bei Gruber-Logistiken arbeiten. Dann wäre es freilich naheliegend, dass Sie in Kufstein wohnen, jedoch ist mir in der Pfarrzeitung von St. Vitus die von Ihnen genannte Kolumne nicht aufgefallen. Wo erscheint sie?

Mit verbindlichem Gruße
Gast
Micha 6,8
Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir erwartet: Nichts anderes als dies: Recht tun, Güte und Treue lieben, in Ehrfurcht den Weg gehen mit deinem Gott.

Joh 14,6
Niemand kommt zum Vater außer durch mich (Jesus).

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Walter Gruber senior
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Re: Meine Tätigkeit für unsere Kirchenzeitung - ein Dilemma

Beitragvon Walter Gruber senior » Do 15. Dez 2016, 17:37

Werter Herr Gast,

Dank für Ihren Vorschlag, den Leser auf gute Literatur hinzuweisen und den Schund als kurze Liste abzuhandeln! Leider existiert der Index Librorum Prohibitorum ja nicht mehr, sodass viele christliche Leser auf Warnungen durch vertrauenswürdige Menschen im Bekanntenkreise angewiesen sind.

G-a-s-t hat geschrieben:Ich vermutete immer, dass Sie bei Gruber-Logistiken arbeiten. Dann wäre es freilich naheliegend, dass Sie in Kufstein wohnen, jedoch ist mir in der Pfarrzeitung von St. Vitus die von Ihnen genannte Kolumne nicht aufgefallen. Wo erscheint sie

Die Kolumne erscheint im Kulturteil unserer Kirchenzeitung. Sie wurde ins Leben gerufen, um neue Leserkreise anzusprechen und beispielsweise auch den jungen Menschen anspruchsvolle Unterhaltung zu verschaffen.

Mit freundlichem Gruß,
Walter Gruber
Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie. (Matthäus 13, 45-46)

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