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Die Ringparabel aus Nathan der Weise

Hier geht es um den Herrn, Jesus Christus und die Heilige Schrift.

Moderator: Brettleitung

Nathan_der_Weise
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Die Ringparabel aus Nathan der Weise

Beitragvon Nathan_der_Weise » Fr 27. Dez 2013, 14:20

Werte Gemeinde,

Ich begrüße Sie und möchte Ihnen ein Gleichnis zeigen, welches viele Menschen am besten betrachen und verstehen sollten.

Nachdem Nathan von Saladin gefragt wird, welche Religion, Christentum, Judentum oder Islam, er für die Wahre hält, antwortet Nathan indem er eine Geschichte erzählt, in der ein Ring die wahre Religion symbolisiert.

„Vor grauen Jahren lebte ein Mann in Osten, der einen Ring von unschätzbarem Wert aus lieber Hand besaß. Der Stein war ein Opal, der hundert schöne Farben spielte, und hatte die geheime Kraft vor Gott und den Menschen angenehm zu machen, wer in dieser Zuversicht ihn trug. Was Wunder, dass ihn der Mann in Osten darum nie vom Finger ließ; und die Verfügung traf, auf ewig ihn bei seinem Hause zu erhalten? Nämlich so. Er ließ den Ring von seinen Söhnen dem geliebtesten; und setzte fest, dass dieser wiederum den Ring von seinen Söhnen dem vermache, der ihm der liebste sei; und stets der liebste, ohne Ansehen der Geburt, in Kraft allein des Rings, das Haupt, der Fürst der Familie werde. So kam nun dieser Ring, von Sohn zu Sohn. Auf einen Vater endlich von drei Söhnen, die alle drei ihm gleich gehorsam waren, die alle drei er folglich gleich zu lieben sich nicht entbrechen konnte. Nur von Zeit zu Zeit schien ihm bald der, bald dieser, bald der dritte, so wie jeder sich mit ihm alleine befand, und sein ergießend Herz die andern zwei nicht teilten, - würdiger des Ringes; den er denn auch einem jeden die fromme Schwachheit hatte, zu versprechen. Das ging nun so, solang es ging. - Allein es kam zum Sterben, und der gute Vater kömmt in Verlegenheit. Es schmerzt ihn, zwei von seinen Söhnen, die sich auf sein Wort verlassen, so zu kränken. - Was zu tun? - Er sendet in geheim zu einem Künstler, bei dem er, nach dem Muster eines Ringes, zwei andere bestellt, und weder Kosten noch Mühe sparen heißt, sie jenem gleich, vollkommen gleich zu machen. Das gelingt dem Künstler. Da er ihm die Ringe bringt, kann selbst der Vater seinen Musterring nicht unterscheiden. Froh und freudig ruft er seine Söhne, jeden ins besondere; gibt jedem ins besondere seinen Segen, - und seinen Ring, - und stirbt. - Kaum war der Vater tot, so kommt ein jeder mit seinem Ring, und Feder will der Fürst des Hauses sein. Man untersucht, man zankt, man klagt. Umsonst; der rechte Ring war nicht erweislich; - Die Söhne verklagten sich und jeder schwur dem Richter, unmittelbar aus seines Vaters Hand den Ring zu haben. - Wie auch wahr! - Nachdem er von ihm langes das Versprechen schon gehabt, des Ringes Vorrecht einmal zu genießen. - Wie nicht minder wahr! - Der Vater, beteuerte jeder, könne gegen ihn nicht falsch gewesen sein; und ehe er dieses von ihm , von einem solchen lieben Vater argwöhnen lasse, müsse er seine Brüder, so gern er sonst von ihnen nur das Beste bereit zu glauben sei, des falschen Spiels bezichtigen; und er wolle die Verräter schon auszufinden wissen; sich schon rächen. Der Richter sprach: wenn ihr mir nun den Vater nicht bald zur Stelle schafft, so weise ich euch von meinem Stuhle. Denkt ihr, dass ich Rätsel zu lösen da bin? Oder harret ihr, bis der rechte Ring den Mund öffne? - Doch halt! Ich höre ja, der rechte Ring besitzt die Wunderkraft beliebt zu machen; vor Gott und Menschen angenehm. Das muss entscheiden! Denn die falschen Ringe werden doch das nicht können! - Nun; wen lieben zwei von euch am meisten? - Macht sagt an! Ihr schweigt? Die Ringe wirken nur zurück? und nicht nach außen? Jeder liebt sich selber nur am meisten? - O so seid ihr alle drei betrogene Betrüger! Eure Ringe sind alle drei nicht echt. Der echte Ring vermutlich ging verloren. Den Verlust zu bergen, zu ersetzen ließ der Vater die drei für einen machen. Und also wenn ihr nicht meinen Rat, statt meines Spruches wollt: Geht nur! - Mein Rat ist aber der: ihr nehmt die Sache völlig wie sie liegt. Hat von Euch jeder seinen Ring von seinem Vater: so glaube jeder sicher seinen Ring den echten. - Möglich; dass der Vater nun die Tyrannei des einen Rings nicht länger in seinem Hause dulden wollten! - Und gewiss; dass er euch alle drei geliebt, und gleich geliebt: indem er zwei nicht drücken mögen, um einen zu begünstigen. - Wohlan! Es eifre jeder seiner unbestochenen von Vorurteilen freien Liebe nach! Es strebe von euch jeder um die Wette, die Kraft des Steins in seinem Ring an Tag zu legen! komme dieser Kraft mit Sanftmut, mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohl tun, mit innigster Ergebenheit in Gott, zu Hilfe! Und wenn sich dann der Steine Kräfte bei euren Kindeskindern äußern; so lade ich über tausend Jahre, sie wiederum vor diesen Stuhl da wird ein weiserer Mann auf diesem Stuhle sitzen als ich; und sprechen. Geht! - So sagte der bescheidene Richter.

Saladin bemerkt, worauf Nathan hinaus will, und sagt, dass nicht er fähig sei, diese Frage zu beantworten. Nathan, der den Sultan mit der Geschichte auf die Probe gestellt hat, ist zufrieden und die beiden schließen eine enge Freundschaft. Interpretation der Ringparabel.“


Ich möchte gerne Ihre persönliche Meinung zu dem Gleichnis hören und verstehen.
Ich möchte Sie nicht kritisieren, da Sie Ihre eigene Meinung haben und ich diese niemals ändern könnte.

"Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom." Albert Einstein

Ich hoffe auf eine Diskussion, bei der man nicht nur die Rechtschreibfehler des Anderen kritisiert.
Das wäre nicht besonders Inteligent.

Nathan
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Re: Die Ringparabel aus Nathan der Weise

Beitragvon Sören Korschio » Fr 27. Dez 2013, 15:21

Brettnutzer Lessing-Ventilator!

Die Ringparabel ist ein sehr schönes und populäres Beispiel für den Wolf im Schafspelz: unter dem Deckmantel der Toleranz und der religiösen Akzeptanz schert man einfach alles über einen Kamm und zerstört damit die religiöse Freiheit - ein Menschenrecht, wohlbemerkt. Nicht umsonst wird sie vielen Kindern im Deutschunterricht als abschreckendes Beispiel gelehrt und war auch zu Zeiten meiner Dienstjahre fixer Bestandteil des Lehrplans.

Nathan_der_Weise hat geschrieben:"Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom." Albert Einstein

"Nein." Albert Einstein

Ebenfalls ein Zitat bereit haltend,
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Re: Die Ringparabel aus Nathan der Weise

Beitragvon Nathan_der_Weise » Fr 27. Dez 2013, 15:53

Sören Korschio hat geschrieben:Brettnutzer Lessing-Ventilator!

Die Ringparabel ist ein sehr schönes und populäres Beispiel für den Wolf im Schafspelz: unter dem Deckmantel der Toleranz und der religiösen Akzeptanz schert man einfach alles über einen Kamm und zerstört damit die religiöse Freiheit - ein Menschenrecht, wohlbemerkt. Nicht umsonst wird sie vielen Kindern im Deutschunterricht als abschreckendes Beispiel gelehrt und war auch zu Zeiten meiner Dienstjahre fixer Bestandteil des Lehrplans.

Nathan_der_Weise hat geschrieben:"Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom." Albert Einstein

"Nein." Albert Einstein

Ebenfalls ein Zitat bereit haltend,
Sören Korschio



Werter Herr Korschio,

In dem ersten Punkt, welcher grün markiert ist, stelle ich fest, dass Sie die Parabel nicht verstanden haben.
Sie denken, dass das Ziel ist, dass alle Religionen in eins gefasst wird. Oder versteh ich Sie da falsch?
Vielmehr geht es darum, dass alle Religionen, seien diese auch so unterschiedlich, seperat auf die gleiche Stufe gestellt werden.
Alle Religionen sind richtig und sind somit gibt es nicht DIE Religion.
Alle Wege bzw. Religionen führen zu gut und soll das nicht der übergeordnete Weg sein?

Nun zu dem gelb markierten Teil:
Diese Parabel, welches DAS Beispiel für Toleranz ist, sollte allen Menschen eine Lehre mit geben und sie ist keines Weges ein negativ Beispiel.


Herr Korschio wollen Sie der Richter sein, der über alle Religionen richten darf?


Desweiteren ist das Zitat "Nein" A. Einstein kontextlos?
Wann hat das denn Einstein gesagt?
Könnte ja auch sein, dass er dies entgegenet hat, als man ihn gefragt hat, ob Gott dieses Brett mag?

Nathan

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Re: Die Ringparabel aus Nathan der Weise

Beitragvon Sören Korschio » Fr 27. Dez 2013, 16:12

Nathan_der_Weise hat geschrieben:Vielmehr geht es darum, dass alle Religionen, seien diese auch so unterschiedlich, seperat auf die gleiche Stufe gestellt werden.

Sie sagen es. Das ist Gotteslästerung und unverzeihlich.

"wer aber den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben." (Lukas 12,10)

Nathan_der_Weise hat geschrieben:Diese Parabel, welches DAS Beispiel für Toleranz ist, sollte allen Menschen eine Lehre mit geben und sie ist keines Weges ein negativ Beispiel.

Sie behandeln das Thema "Toleranz" reichlich undifferenziert. Bitte schalten Sie hier.

Nathan_der_Weise hat geschrieben:Desweiteren ist das Zitat "Nein" A. Einstein kontextlos?

Wann kann eine Verneinung denn jemals außer Kontext sein?

Nathan_der_Weise hat geschrieben:Wann hat das denn Einstein gesagt?

Vermutlich wenige Jahre nach seiner Geburt bis zu seinem Tod mehrmals täglich. Ich dachte mir, da Sie hier ja schon so prätentiös mit irgendwelchen Zitaten um sich werfen, nehme ich Sie ein wenig auf den Arm. Ganz offensichtlich haben Sie das aber nicht kapiert. (Vielleicht sollten Sie aber trotzdem darüber nachdenken, ob es klug ist mit Albert Einstein-Zitaten durch das Leben zu rennen, wo dem Mann doch so viele weise Sprüche in den Mund gelegt werden, sodass die Option, er hätte alle diese feinen tollen Sachen wirklich gesagt, für einen halbwegs bodenständigen und realitätsnah denkenden Menschen schon fast auszuschließen ist. Ich hoffe übrigens, dieser lange Satz hat Sie nun nicht auch überfordert.)

Übrigens möchte ich Sie bitten nur Wörter zu verwenden, die Sie auch wirklich schreiben können. Ich glaube Ihnen ja, dass Sie unter Ihren Freunden der Eloquenteste und Gescheiteste sind - hier aber höchstwahrscheinlich nicht. Dementsprechend werden Sie hier niemandem etwas beweisen können. Auch ihre willkürliche Groß-Kleinschreibung ist eine Beleidigung für jeden Menschen, der Nomen, Verb und Adjektiv unterscheiden kann.

Immer Ihr,
Sören Korschio
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Re: Die Ringparabel aus Nathan der Weise

Beitragvon TorstenKrause » Fr 27. Dez 2013, 18:23

Werter Herr Nathan,
Dieses Märchen kann man auch anders interpretieren:
Z.B. die Rechtschreibung. Ich gebe zu, dass es nicht das beste Werk ist, dass ich geschrieben habe, aber ich hoffe Sie verstehen meinen Punkt.
Bevor es die deutsche Rechtschreibung gab, wie wir sie kennen, gab es auch andere Variationen von Wörtern. Beispiele fallen mir spontan keine ein, außer z.B. Namen wie Mayer - Maier oder Bauer - Baur (Baur kommt eher im Südlichen Deutschland vor).

Zu Ihrem Märchen:
Sagen wir mal, dass die drei Söhne drei deutsche Sprachen sind und "Friseur" verschieden Schreiben. Der Älteste, schreibt Friseur: "Frisör". (Wir gehen bei diesem Beispiel davon aus, dass es sich nur um zwei Kinder Kinder handelt, denn dritte Variationen von "Friseur" kenne ich nicht und wird es wahrscheinlich auch nicht geben). Der Vater dient in diesem Beispiel als deutsche Rechtschreibung und ihm war "Friseur" zuerst am liebsten. Friseur war dem "Vater" vorher lieber, doch kann er nicht "Frisör" außer Acht lassen (da es immer wieder Deppen gibt, die alles schreiben wie sie es aussprechen). Nun gehen alle drei vor Gericht. Das Gericht dient als Eintrag im Duden. Die "Liebe" steht hierfür als Beliebtheit der Schreibvariante. Et cetera, et cetera und das "Gericht" sagt dann, dass es egal sei wie man es schreibt, da beides richtig ist.

DUDEN.

Sie sehen, dass ihr Märchen mit so ziemlich jeder Sache interpretierbar ist, ergo nichts direkt aussagen kann.
:pfeil: Quasi ein X in einer Gleichung.

Interpretierend,

Torsten Krause :kreuz1:

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Re: Die Ringparabel aus Nathan der Weise

Beitragvon Torsten Glatzenspahn » Di 7. Jan 2014, 01:58

Unwissender Nathan!

Dem lasterbehafteten Taugenichts Lessing, der nicht selten auf äußerst perfide Art und Weise ehrbare Gottesmänner zu attackieren pflegte, muss an dieser Stelle ein gar besonders bösartiger Dämon die Hand geführt haben. Gewiss, heute pflegen Hinz und Kunz diesen Götzen, den Sie Toleranz nennen. Der HERR indes ist da weniger nachsichtig. Schon zu Zeiten Mose gab er seinem Volk eine klare, unverbrüchliche Direktive, die da lautet:

"Ihr sollt auf meine Satzungen und meine Vorschriften achten. Wer sie einhält, wird durch sie leben. Ich bin der HERR."
(Levitikus 18,5)

und später sprach er über den treulosen und sündigen König Salomo - heute würde man ihn wohl tolerant nennen:

"Denn er hat mich verlassen und Astarte, die Göttin der Sidonier, Kemosch, den Gott der Moabiter und Milkom, den Gott der Ammoniter angebetet. Er ist von meinen Wegen abgewichen und hat nicht wie sein Vater David das getan, was mir gefällt; er hat meine Gebote und Satzungen übertreten."
(1.Könige, 11,33)

Der HERR statuiert also mit äußerster Entschiedenheit, dass jedes Hinwenden zu falschen Göttern ein unumstößlicher Frevel ist - der einen, wie ich Ihnen versichern kann, auf schnellstem Wege in das Höllenfeuer zieht. Jede Form von "religiöser Toleranz" ist eine Verwirrung des Geistes und letztlich das Produkt eines fruchtlosen Relativismus. Gott ist aber nicht relativ, egal, was der Schmierfink Lessing da absondert.

Zornig ob dieser Narretei,
Torsten Glatzenspahn
Der HERR hasst die Gottlosen!

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Re: Die Ringparabel aus Nathan der Weise

Beitragvon G-a-s-t » Mo 28. Mai 2018, 13:51

Werter Herr Anthropos!

Antrophos hat geschrieben:[W]as haben Sie gegen die Ringparabel? Jedenfalls eine Anregung zum Nachdenken.

Zunächst heißt es, der Vater habe zwei Kopien des Originalringes anfertigen lassen, später dann, das Original sei verlorengegangen, die Parabel ist widersprüchlich. Zudem ist es infam, den betrügerischen Vater mit Gott gleichzusetzen, Sein Wort mit einer früheren Teilversion desselben und mit einer ihm widersprechenden menschlichen Lehre über einen Kamm zu scheren und dies mittels dreier identischer, wertvoller, jedoch die versprochene Wirkung nicht entfaltender Ringe zu symbolisieren. Schließlich erweist sich Natan, indem er über diese Parabel der Frage nach der Wahrheit ausweicht, nicht als weise, sondern als feige, und Saladin, indem er nicht auf seiner Frage nach der Wahrheit beharrt, als Verräter - was natürlich, da es nur ein Drama ist, nichts darüber sagt, wie die beschriebenen Personen in Wirklichkeit waren, umso mehr jedoch über den Ketzer Lessing.

Mit verbindlichem Gruße
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Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir erwartet: Nichts anderes als dies: Recht tun, Güte und Treue lieben, in Ehrfurcht den Weg gehen mit deinem Gott.

Joh 14,6
Niemand kommt zum Vater außer durch mich (Jesus).

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Re: Die Ringparabel aus Nathan der Weise

Beitragvon Antrophos » Mo 28. Mai 2018, 14:12

Werter Herr Gast,
mit GOTT gleichgesetzt wird doch nur der erste Besitzer, der , der die Kopien anfertigen lässt, ist doch schon einige Generationen später.
Dennoch finde ich Ihre Ausführungen interessant.
GOTT zum Gruße,
Eduard Anthropos

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Re: Die Ringparabel aus Nathan der Weise

Beitragvon Martin Frischfeld » Mo 28. Mai 2018, 17:22

Werter Herr Anthropos,

Herr Lessing verfolgte wohl ein recht hochstehendes Ziel, unnötige Gewalt zwischen den Anhängern diverser Irrglauben mit Christen zu minimieren.
Die Ringparabel schießt aber über das Ziel hinaus. Im Kern sagt sie aus, daß es wohl die eine korrekte Religion gebe, man das aber nicht mehr feststellen kann.
Freilich wird Herr Lessing für diese ungeheuerliche Gottesschmähung im Höllenfeuer schmoren.
Aber Toleranz verbietet nicht, das Falsche als solches zu erkennen und zu benennen.
Eben dies sollten Sie sich vergegenwärtigen, wenn sie mit Falschgläubigen oder Atheisten verkehren. Niemand zwingt Sie, deren falschen Glauben direkt anzusprechen. Hingegen müssen Sie keine falsche Rücksicht nehmen. Wenn Ihnen ein Buddhist von den Lehren Buddhas erzählt, so sei Ihnen ein bis zu eine Minute anhaltendes Gelächter definitiv erlaubt.
Im Übrigen benötigen Sie als Christ keine Toleranz. Wenn Sie nach den Gesetzen des HERRn leben, so erheben sich automatisch Schnittmengen mit dem allgemeinen Verständnis von Toleranz. Dort wo Sie sich aber außerhalb der Schnittmenge bewegen, liefen Sie am Ende Gefahr, versehentlich gegen das heilige Wort zu handeln. Warum sollte sich ein kluger Mann diesem Risiko aussetzen?

Das Risiko stets beachtend,
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Re: Die Ringparabel aus Nathan der Weise

Beitragvon Walter Gruber senior » Mo 28. Mai 2018, 18:51

Werte Christen,

es zeigt sich anhand dieser Geschichte die Fehleranfälligkeit jeglicher Allegorie, ist doch der beschriebene Gegenstand niemals identisch mit dem Gegenstand, für den er angeblich steht. So könnte unsere Kirchenzeitung eine Parabel abdrucken, die den Streit zwischen der Familie Huber und dem Rainerbauern um den genauen Verlauf der Grundstücksgrenzen hier in unserer Gemeinde mit dem Streit zwischen dem Christentume und den erwähnten Religionen gleichsetzt, da bei beiden Vorgängen das göttliche Recht beschworen worden ist und tätliche Auseinandersetzungen mit Mord und Totschlag nicht auszuschließen sind. Jedoch finden die Ähnlichkeiten hier schon ihr Ende und es wäre deshalb nicht seriös, das eine mit dem anderen gleichzusetzen (und etwa den alten Rainer in der Rolle des Heiligen Vaters vorzustellen) wie es die Geschichte des Herrn Lessing offenbar tut. Mit unseren Ansprüchen an eine redliche Berichterstattung wäre dies folglich nicht vereinbar.

Das Märchenbuch weglegend und die Heilige Schrift aufschlagend,
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Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie. (Matthäus 13, 45-46)

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Re: Die Ringparabel aus Nathan der Weise

Beitragvon G-a-s-t » Di 29. Mai 2018, 09:06

Werte Herren!

Antrophos hat geschrieben:[M]it GOTT gleichgesetzt wird doch nur der erste Besitzer, der , der die Kopien anfertigen lässt, ist doch schon einige Generationen später.

Wenn man den Plagiator, der ja doch irgendwie über den Zeiten stehen muß, wenn der den Menschen Judentum, Christentum und Islam gibt, nicht mit Gott gleichsetzt, ergibt alles endgültig keinen Sinn mehr. So oder so landen wir bei dem, was Herr Gruber schrieb.

Martin Frischfeld hat geschrieben:Herr Lessing verfolgte wohl ein recht hochstehendes Ziel, unnötige Gewalt zwischen den Anhängern diverser Irrglauben mit Christen zu minimieren. Die Ringparabel schießt aber über das Ziel hinaus.

Gewalt verhindern wäre löblich, die Art trügerischen Friedens, welche besagte Parabel propagiert, dagegen dem Wort des Herrn zuwider:

Lk 12,51ff. (Kürzinger)
Meint ihr, ich [Jesus] sei gekommen, Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Entzweiung. Denn von nun an werden fünf in einem Hause entzweit sein, drei gegen zwei und zwei gegen drei; es wird entzweit sein der Vater mit dem Sohn und der Sohn mit dem Vater, die Mutter mit der Tochter und "die Tochter mit der Mutter", die Schwiegermutter mit der Schwiegertochter und "die Schwiegertochter mit der Schwiegermutter" (Mich 7,6)."


Der Gläubige mit dem Falsch- oder Ungläubigen, der Christ mit dem Mohammedaner usw.! Nur zu schwerwiegender gewaltsamer Auseinandersetzung oder gar gegenseitiger Bekämpfung darf es nicht kommen, denn auch der himmlische Vater nährt uns alle und gibt uns Lebensraum.

Mt 5,44ff.
Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde [, tut Gutes denen, die euch hassen,] und betet für sie, die euch verfolgen [und verleumden], auf daß ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte.


Mit verbindlichem Gruße
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Micha 6,8
Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir erwartet: Nichts anderes als dies: Recht tun, Güte und Treue lieben, in Ehrfurcht den Weg gehen mit deinem Gott.

Joh 14,6
Niemand kommt zum Vater außer durch mich (Jesus).


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