1 Tag und 0 Stunden seit der letzten Verbannung eines Taugenichts.

Darf man Prozessionen verkürzen?

Hier geht es um den Herrn, Jesus Christus und die Heilige Schrift.

Moderator: Brettleitung

Darf man im Rahmen einer Prozession deren Strecke variieren?

Nein niemals.
6
75%
Nur im Falle des Weltuntergangs.
0
Keine Stimmen
Bereits bei schweren Erdbeben oder Vulkanausbrüchen.
1
13%
Bei Hagel in Straußeneigröße.
0
Keine Stimmen
Bei Hagel in Hühnereigröße.
0
Keine Stimmen
Bei Hagel in Taubeneigröße.
0
Keine Stimmen
Bei Regen.
1
13%
Bei Unlust der Beteiligten.
0
Keine Stimmen
Ich kenne keine Prozessionen.
0
Keine Stimmen
 
Abstimmungen insgesamt: 8

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Franz-Joseph von Schnabel
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Darf man Prozessionen verkürzen?

Beitragvon Franz-Joseph von Schnabel » Sa 9. Dez 2017, 15:47

Werte Herren,

anläßlich einer Prozession zum Feste der unbefleckten Empfängnis der Gottesgebärerin Maria kam es im schönen Italien, nahe Neapels, zu einer kontroversen Debatte bezüglich der Durchführung derselben.
Hochwürden interpretierte ein heftiges Gewitter als Zeichen des HERRn, die traditionelle Strecke der Prozession zu kürzen.
Gemeindemitglieder vertraten dahingehend andere Ansichten.

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Prozession abgekürzt: Erboste Gläubige jagen Pfarrer
Einen Pfarrer störte der Regen bei einer Marienprozession. Deshalb beendete er den Umzug vorzeitig. Mit der wütenden Gegenreaktion seiner Gläubigen hatte er wohl nicht gerechnet.
Italien | Neapel - 09.12.2017


Bild

Alles aus Leidenschaft für die Madonna: Mit dem Abbruch einer Marien-Prozession wegen Schlechtwetters hat ein Pfarrer in Torre del Greco bei Neapel fast eine Schlägerei ausgelöst. Wie lokale Medien berichteten, hatte Don Giosue Lombardo den traditionellen Umzug zum Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariens am Freitag abgekürzt, weil ein heftiger Regen niederging.

Pfarrer verbarrikadiert sich in Sakristei

Darauf kam es zu Wortgefechten und zum Schisma: Während der Pfarrer mit der Musikkapelle auf direktem Weg in die Kirche zurückkehrte, setzten die Träger des Gnadenbilds den gewohnten Rundgang mit einem Teil der Gemeinde fort. Nachdem sie schließlich bei ihrer Ankunft in Santa Croce nicht mit Glockengeläut empfangen wurden und auch der feierliche Schlusssegen ausblieb, versuchten erboste Gläubige, die Sakristei zu stürmen, in der sich der Pfarrer verbarrikadiert hatte.

Die Polizei musste zum Schutz des Geistlichen einschreiten und ihn aus der Kirche eskortieren. Unterdessen ergriffen zahlreiche Prozessionsteilnehmer aus Angst vor einer Eskalation die Flucht. Dem Lokalsender TVCity zufolge hatten Sanitäter rund 20 Personen mit Blessuren zu verarzten. (KNA)





Daher möchte ich die knorke Mitgliedschaft der Arche befragen, wie jene darüber denkt.

Gespannt auf das Ergebnis der Umfrage,
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Re: Darf man Prozessionen verkürzen?

Beitragvon Walter Gruber senior » Sa 9. Dez 2017, 16:01

Werter Herr von Schnabel,

es zeigt dieser Bericht, dass auch geistliche Herren nicht gegen die Todsünde der Trägheit gefeit sind. Vermutlich sandte Gott selbst jenen "heftigen Regen", um der Gemeinde Gelegenheit zu geben, ihre Ernsthaftigkeit zu beweisen. Man mag Argumente gelten lassen, wenn ein Lavastrom den Weg der Prozession quert, oder wenn sich ein Abgrund auftut, sodass die Fortsetzung der Prozession den sicheren Tod für alle Gläubigen bedeuten würde. Jedoch würde man auch in so einem Falle wohl einen Umweg finden, um schlussendlich noch mit der Gemeinde die Wallfahrtskirche zu erreichen. Umso löblicher ist das Verhalten der Träger des Gnadenbildes, die es auf sich genommen haben, jenen Pfarrer mit den Fäusten an seine Pflichten zu erinnern.

Mit freundlichem Gruß,
Walter Gruber

P. S.: Auch unser Herr Pfarrer, mit dem ich gerade telefoniert habe, teilt diese Auffassung.
Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie. (Matthäus 13, 45-46)

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Re: Darf man Prozessionen verkürzen?

Beitragvon Martin Berger » Sa 9. Dez 2017, 17:18

Werter Herr Schnabel,

nur der GOTTlose kehrt ab vom Wege, der zum HERRn führt. :kreuz1:

An dieser Stelle muß ich etwas weiter ausholen und uns eine Geschichte in Erinnerung rufen, die ich schon mehrmals erzählte:
Martin Berger hat geschrieben:Stock und Stein, brechen das Bein, doch halten sie keinen anständigen Christen vom Kirchgang ab. Der gütige GOTT prüfte meinen redlichen Großvater mehrmals, indem er sein Bein brechen ließ. So trug er einst auch mich und meine Brüder Joseph, Jeremias und Sebastian wochenlang durch den meterhohen Schnee in die Kirche, obwohl sein Bein gebrochen war. Wir selbst, damals noch kleine Lausbuben, vermochten uns nicht durch die Schneemassen zu kämpfen. Ich erzählte diese Geschichte bereits hier.

Bedenkt man, daß uns der HERR wohl ernährte, wogen wir damals zusammen wohl an die 120 Kilogramm, sodaß ein immenses Gewicht, zusätzlich zum Eigengewicht meines Großvaters, auf dem gebrochenen Bein lastete. Dies hielt ihn jedoch nicht davon ab, uns Kinder sicher in die Kirche zu bringen, wenngleich er mehrmals, unserem Erlöser mit dem Kreuze gleich, unter unserer Last zusammenbrach. Umso höher ist es ihm anzurechnen, daß er immer wieder aufstand und mit uns weiter durch den Schnee stapfte, während er, wohl auch um sich von den schrecklichen Schmerzen abzulenken, dem HERRn Loblied um Loblied sang. :kreuz1:

Mein lieber und verehrter Großvater Jakobus nahm seinen Glauben an GOTT sehr genau. Er ließ sich nicht nur von Prozessionen nicht abhalten, sondern kürzte auch den Weg zur Kirche nicht ab, obwohl dieser wessentlich unbeschwerlicher gewesen wäre. Dazu müssen Sie wissen: Sein Urgroßvater Isaak, der Sohn des Krispins, also mein Urururgroßvater, ließ einst einen breiten Graben verrohren und aufschütten, um mehr Weidefläche für seine Kühe zu schaffen. Dadurch hätte sich der Weg zur Kirche auf höchstens ein Viertel verkürzt. Doch der Kirchweg blieb für ihn stets der Gleiche, ging doch darauf schon sein Vater und dessen Vater sowie alle Bergers vor ihnen zur Kirche, seit dort im Jahre 1269 Ururururururururururururururururururururgroßvater Eusebius das Haus baute, in welchem ich heute noch lebe.

Ich werde nie die donnernde Ohrfeige vergessen, die ich einst bekam, als ich meinen Großvater belehren wollte, daß der Weg zur Kirche doch viel kürzer wäre, wenn er über den aufgeschütteten Graben gegangen wäre. Freilich: Der Weg zur Kirche wäre kürzer gewesen, doch es wäre nicht der Kirchweg gewesen, den auch Ururururururururururururururururururururgroßvater Eusebius des Grabens wegen gehen mußte. Zuweilen spüre ich noch Phantomschmerzen, wenn ich daran denke, wie die bratpfannengroße Hand meines Großvaters erst meine linke und dann der Handrücken meine rechte Gesichtshälfte traf. :traurig:

An diesem Tage lernte ich die schmerzhafte Lektion, daß nicht allein das Ziel, sondern auch der Weg dorthin von entscheidender Bedeutung ist. Ich bewunderte meinen Großvater dafür und tue es heute noch, daß er sich, trotz des gebrochenen Beins, beladen mit wenigstens 120 Kilogramm in Form von mir und meiner drei Brüder, durch den meterhohen Schnee kämpfte und keine Abkürzung nehmen wollte, weil es für ihn der Weg war, der ihn schon immer ins Hause des HERRn führte. Umso bemerkenswerter, daß er diese Strapazen nicht nur einmal auf sich nahm, sondern mich und meine Brüder Joseph, Jeremias und Sebastian wochenlang durch den meterhohen Schnee in die Kirche trug.

Dank der Führung GOTTes und meines Großvaters auch dann nicht vom Weg abweichend, wenn Bomben neben mir einschlagen,
Martin Berger
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Re: Darf man Prozessionen verkürzen?

Beitragvon Antrophos » Sa 9. Dez 2017, 17:42

Werte Herren,
ich freue mich über soviel Gottesfurcht und Fleiß, und werde mir ein Beispiel an Ihnen nehmen.
Eine Frage habe ich noch : Wenn nun schwerer Hagel fällt, könnte das Gnadenbild massiv beschädigt werden. Wäre es da nicht besser, die Prozession zu verschieben? Auch ist meine Gemeinde zu arm um durchnässte oder beschädigte Messgewänder wiederherzustellen. Wir haben schon überlegt, ein Dach mitzubringen, leider jedoch gibt es unserer Gemeinde nicht genug Leute deren Gesundheitszustand es zulässt, beim Tragen zu helfen.
Gott zum Gruße,
Eduard Anthropos

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Re: Darf man Prozessionen verkürzen?

Beitragvon Martin Berger » Sa 9. Dez 2017, 18:17

Herr Anthropos,

was geschehen soll, soll geschehen. Wenn GOTT will, daß Menschen getötet sowie Gnadenbilder und Meßgewänder zerstört werden, dann sei es so. Allein sein Wille geschieht. Vergessen Sie nicht, wenn Sie oder einer Ihrer Liebsten von einem Hagelkorn von der Größe eines knorken Medizinballs getroffen wird: Deus Vult!

Nicht vom Weg abkommend,
Martin Berger


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