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Löbliches Schlaflied und dessen Umstände

Singen Sie dem Herrn ein Loblied oder schreiben Sie ein Gedicht und erfreuen Sie damit das keusche Christenherz.
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Opa Rauschebart
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Löbliches Schlaflied und dessen Umstände

Beitrag von Opa Rauschebart »

Werte Gemeinde!

Trotz meiner bekannten Schwäche, mich lyrisch auszudrücken, werde ich Ihnen ein kurzes Werk präsentieren.
Zur Vorgeschichte:
Wie ich bereits hier schrub, begingen wir gestern eine töfte Grillfeier. Vorspeisend nahmen wir eine köstliche Brot/Zwiebelsuppe ein, garniert mit gerösteten Knoblauchzehen. Für den vorbekannten Hauptgang standen zahlreiche Beilagen zur Wahl, als mich mein Weib darauf hinwies, ich solle doch bitte von dem Salat probieren, unsere Köchin sei den Tränen nahe, weil ich ihn übersah. Als herzensguter und nachsichtiger Mensch -wie allgemein bekannt- beäugte ich den Salat mit meinem altersschwachen Blick und vermeinte zu sehen, daß rösche Brotkrumen auch enthalten waren. Welch unverzeihlicher Fehler! Herzhaft griff ich zu und musste meine Fehleinschätzung sofort bemerken. Die "Brotkrumen" stellten sich als "Tofu", eine mir bis dato unbekannte geschmacklose Substanz, heraus. Was tun? Hätte ich ausgespien und den Teller nicht leer gegessen, die Köchin wäre am Tränenfluß erstickt.
Wenige Minuten später entfalteten sich unsägliche Darmwinde, die ich mit schmerzverzerrtem Gesicht zur Kenntnis nahm und in der Folgezeit ständig auf Latrinengang war. Bruder Vlad hatte Mitleid und schlug vor, wir sollten unseren Disput in meine Wohlfühloase -ein lächerliches 60 qm Bad- verlagern. So begab ich mich auf den "Thron" und wir disputierten weiter über die löblichen Dinge, welche Herr Trumpf in Bälde vollziehen sollte; allein mein Darm beruhigte sich nicht. Selbst das Einflößen größerer Mengen Lindenbräu Weizen half nicht, auch wurde aus dem "Nippen an Zirbengeist" eine innere Zirbengeistspülung, da ja bekanntlich viel auch viel hilft. Was soll ich sagen? Der satanische Tofu vollzog weiter sein Werk. Dem HERRn sei's gedankt, Bruder Vlad teilte mir ein altes transsylvanisches Heilmittel mit, das ich der unsäglichen Köchin sofort auftrug:
Romadur mit Zwiebeln und reichlich Knoblauch in Öl eingelegt.
Dies nun beruhigte meinen armen Verdauungstrakt und wir konnten zu Ende diskutieren. Zufrieden begab ich mich zu Bett, allein, ich konnte keinen Schlaf finden und lauschte nun Heilmanns keuscher Flötenmusik. Als ich nun so eindämmerte, entwickelte sich blitzartig folgendes Schlaflied in meinem Geiste:

Gefährlich ists Satan zu wecken
durch manch lasterhaftes Wort
er wird Dich in den Ofen stecken
da Du verdammt zum Höllenort

Singst Du jedoch GOTTgefällig' Lieder
lobpreisend SEINE Macht
ER schickt nun Engel zu Dir nieder
sie geben sicher auf Dich acht!

Der Teufel hört mit Grausen
einstimmend engelischen Chor
davon bekommt er Ohrensausen
schrecklicher als jemals noch zuvor

Flugs fliegt er nun zum Höllenschlund
umwölkt von Schwefeldampf
Das sing' mein Kind aus vollem Mund
zu Schutz und Trutz in löblich Kampf


Mehrfach rezitierte ich mein Gedicht; schließlich versuchte ich eine Melodie dazu zu singen, was zwar misslang, jedoch ein löblicher Versuch war.
Seelig schlief ich ein. Doch oh, werte Gemeinde, was geschah.
In den frühen Morgenstunden vernahm ich im Schlaf nun beglückende, sonore engelshafte Posaunenklänge mit einem abschließenden horrendem Knall.
Aus dem Schlaf gerissen schrak ich hoch, sprang aus der Bettstatt und nahm sofort infernalischen Schwefelgestank war, der mir den Atem raubte.
Ich rannte aus dem Raum auf die gegenüberliegende Seite des Korridors zum Schlafgemach meines Weibes, das bereits in der Türe stand, da sie einen leichten Schlaf ihr eigen nennt. Sie sagte, sie sei von einer ungewöhnlichen Druckwelle gestört worden und auch sie vernahm den Höllendunst, der sich wohl nun auch auf dem Korridor breit machte. Kreidebleich vor Schreck rannten wir in meine Katakomben, Richtung Hauskapelle, vorbei an den verduzt schläfrig dreinblickenden Kampfkarnickeln, die nur mäßig knurrten. Da schlug mein Weib vor, ich solle die Heilige Handgranate von Antiochia aus dem Tresorraum holen, um sie zu entzünden, für den Fall, Satanas würde uns angreifen. Bildlich zu Salz erstarrt, stoppte ich abrupt und sprach:
Weib! Die Heilige Handgranate von Antiochia, deren vorübergehender Hüter ich in Demut bin, wurde mir nicht anvertraut, um unser unbedeutend Leben zu schützen. Sie wird von Wächter zu Wächter weitergegeben, damit der Letzte aller Hüter sie am Tag der Apokalypse Erzengel Gabriel, welcher der Held GOTTes ist, übergibt, der sie zündet, um den finalen Kampf des Guten gegen das Böse für den HERRn zu entscheiden. Hernach folgt das Jüngste Gericht! So stehts im Buch der Waffen geschrieben.
Nun rannten wir in Todesangst in die Kapelle und ach wie glücklich waren wir.
Stille und der beruhigende Duft, der dem Thuribulum entströmte, war Labsal für unsere Seelen. Wir knieten nieder und beteten ausgiebig.
Anschließend sinnierte ich:
War das mir eingegebene Lied eine Vorsehung dessen, was hernach mir widerfuhr?
Wurde ich durch das Singen des Liedes, meiner eigenen Eingebung, errettet und Stand der himmlische Chor mir bei?

Das Einz'ge was sicher ist:

Und die Moral von der Geschicht', iss niemals keinen Tofu nicht!

Grübelnd

Opa Rauschebart
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Hinrich Hammerschmidt
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Re: Löbliches Schlaflied und dessen Umstände

Beitrag von Hinrich Hammerschmidt »

Werter Herr Rauschebart,

potzdonner, es muß wohl schon ein gestandener Christ Ihres Kalibers kommen, um in solch einer lebensbedrohlichen Situation ein derart famoses Gedicht zu verfassen!
Ich ahnte bereits, daß Ihnen Ungemach bevorstünde, als Sie eingangs über ein Grillfest schruben, jedoch kein Fleisch erwähnten, weder ein schnaftes Schwein noch eine knorke Kuh.
Ich hoffe, Sie und Ihr Weib haben sich von der Tofu-Intoxikation bald vollständig erholt.

Ihrem Gedicht ventilierend,
Hinrich Hammerschmidt

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Opa Rauschebart
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Re: Löbliches Schlaflied und dessen Umstände

Beitrag von Opa Rauschebart »

Werter Herr Hammerschmidt,

ganz zu anfangs habe ich meinen Artikel, welcher das Grillfest beinhaltet, verknüpft. Es wurde selbstredend Fleisch in Form einer Wildsau kredenzt, welche Bruder Vlad zuvor "vor das Rad" lief. Ergänzend füge ich dem obigen Bericht noch hinzu, daß meine Köchin zur Strafe für ihren Fehltritt das Hypokaustum meines Badezimmers von den Katakomben aus zu nächtlicher Stunde noch selbst einheizen musste. Dies wird ihr eine Lehre sein und ich bin sicher, daß satanischer Tofu fürderhin mir nimmermehr kredenzt werden wird.
Auch das Gedicht fuhr in meinem Geist noch vor dem Schlafe in dem Dämmerschlaf, der mich besuchte als ich Heilmanns Flötenklänge abspielte. Dies war noch bevor Satanas offensichtlich mit Ohrensausen vor den engelischen Posaunenklängen aus meinem Schlafgemach floh als ich offensichtlich schlief.

Kurz erläuternd

Opa Rauschebart
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Hinrich Hammerschmidt
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Re: Löbliches Schlaflied und dessen Umstände

Beitrag von Hinrich Hammerschmidt »

Werter Herr Rauschebart,

Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus! (1 Korinther 15;57)
:kreuz4:
Ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, werter Opa Rauschebart, daß das Fleisch der schnaften Wildsau Ihnen sozusagen als Gegengift das Leben gerettet hat.
Es sollte diese Ihre Erfahrung einem jeden Veganer eine Lehre sein, auf daß er dem satanischen Tofu-Gift abschwöre und knorke Koteletts esse!

Künftig erst erklärenden Verschaltungen folgend und dann gegebenenfalls schreibend,
Hinrich Hammerschmidt

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Martin Frischfeld
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Re: Löbliches Schlaflied und dessen Umstände

Beitrag von Martin Frischfeld »

Werter Herr Opa Rauschebart,

Ihr Schlaflied wird noch in vielen hundert Jahren an Wiegen und Betten rezitiert werden. Da Melodien gegebenenfalls von der wichtigen Nachricht des Liedes ablenken können, ist es auch unnötig, eine solche für Ihr töftes Lied zu erfinden. Es wird einfach ohne Melodie gesungen, sapperlot!

Ich hoffe im Übrigen, daß Ihre Darmwinde mittlerweile unter Kontrolle gebracht sind.

Für Sie und weniger Flatulenz betend,
Martin Frischfeld

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Opa Rauschebart
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Re: Löbliches Schlaflied und dessen Umstände

Beitrag von Opa Rauschebart »

Werter Herr Hammerschmidt,

ich bin der festen Überzeugung, daß das Heilmittel von Bruder Vlad, der in reichlich Zwiebeln und Knoblauch eingelegte Romadur, mir eine entsprechende Linderung bescherte und den satanischen Tofu besiegte!
Zur Nachsorge werde ich heute köstliches Stifado schmoren.

Brutzelnd

Opa Rauschebart
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