0 Tage und 10 Stunden seit der letzten Verbannung eines Taugenichts.

Oh HERR erbarm Dich uns‘rer Seelen

Singen Sie dem Herrn ein Loblied oder schreiben Sie ein Gedicht und erfreuen Sie damit das keusche Christenherz.
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Hinrich Hammerschmidt
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Oh HERR erbarm Dich uns‘rer Seelen

Beitrag von Hinrich Hammerschmidt »

Werte Herren, weniger werte Weiber,

halb im Zorn ob der Gottesdienst-Zwangspause und halb erfreut ob der deutlichen Zeichen des HERRN, nun endlich sämtliche Ketzer der Erdscheibe dem Schwefelsee zu überlassen, habe ich folgende bescheidenen Zeilen verfasst. Der HERR und die Gemeinde mögen das emotionale Auf und Ab verzeihen, zweifelsohne werde ich zur Ruhe kommen, wenn mein Knie wieder den Kirchenboden berühren darf.

Oh Herr erbarm Dich uns‘rer Seelen

Oh HERR erbarm Dich uns‘rer Seelen,
die Seuche sucht die Erde heim,
halt schützend Deine mächt‘gen Hände
über uns und unser Heim.

Oh HERR erbarm Dich uns‘rer Seelen,
wie können wir verhindern, daß
uns treffen wird die nächste Plage
und blutrot leuchten wird das Nass?

Oh HERR erbarm Dich uns‘rer Seelen,
Johannes hat es offenbart,
doch wenig Menschen hören zu,
die Strafe wird gerecht und hart.

Oh HERR erbarm Dich uns‘rer Seelen,
ich wart‘ schon auf der Frösche-Schar,
auf welche dann die Mücken folgen
und Erstgeborne, um ein Haar
hätt‘ ich vergessen welche Gnad‘
demjen‘gen von uns wird geschenkt,
der nicht viel jammert oder klagt,
doch redlich an HERRn Jesu denkt!

Oh HERR, nun weiß ich doch bescheid
wer redlich ist, der wird nicht darben,
es überlebt die Christenheit
auch dann, wenn alle and‘ren starben.

Der Virologen Ackst ist stumpf,
salbadern vom „Kontaktverbote“
doch lasst uns hören auf Herrn Trumpf
und auf‘s Erste der Gebote.

Oh HERR erbarm Dich unsrer Seelen
Droste vertritt nicht unser Interesse,
wir hör‘n nicht auf die falschen Götter
und treffen uns zur heil’gen Messe.
:kreuz4:

Erschöpft, aber befreit,
Hinrich Hammerschmidt
„Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig“
Wolfgang Schäuble, 2020

Ignatius III
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Re: Oh HERR erbarm Dich uns‘rer Seelen

Beitrag von Ignatius III »

Werter Herr Hammerschmitt,

welch töftes Gedicht, glauben Sie denn, dass wir nun eine Reihe von Plagen erleben?

Besorgt,
Ignatius

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Martin Berger
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Re: Oh HERR erbarm Dich uns‘rer Seelen

Beitrag von Martin Berger »

Werter Herr Hammerschmidt,

welch ein famoses Reimwerk Ihnen da gelang. Stümper wie Goethe oder Schiller hätten geweint und das Dichten eingestellt, wären es denen vergönnt gewesen, zu Ihrer Zeit zu leben. Sappradi! Schrieben das Gedicht wirklich Sie allein, oder führte gar der Heilige Geist höchstselbst Ihre Feder? Man mag es ja kaum glauben, daß ein Mensch zu solch wunderbaren, wahrhaftigen Worten fähig ist.

Sei der HERR auch weiterhin mit Ihnen. :kreuz1:

Hyperventilierend,
Martin Berger
Der Friede sei mit euch.

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Hinrich Hammerschmidt
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Re: Oh HERR erbarm Dich uns‘rer Seelen

Beitrag von Hinrich Hammerschmidt »

Werter Herr Berger,

wer, wenn nicht Sie, hätte es ahnen können: In der Tat kann ich, Hinrich Hammerschmidt, es nicht gewesen sein, denn ich habe keinerlei Erinnerung an das Verfassen dieser Zeilen.
Meine Frau fand mich heute morgen in der Früh zusammengesunken neben meinem Lehnstuhl, das Tastenbrett mit den knöchrigen Händen umkrallt und einen Speichelfaden im Mundwinkel.

Werter Herr Ignatius Drei,

ja, das glaube ich. Aber Sie sollten sich nicht fürchten, frohlocken und beten Sie.

Das Weib bei der Zubereitung des Frühstücks beobachtend,
Hinrich Hammerschmidt
„Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig“
Wolfgang Schäuble, 2020

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Rotzbengel Rüdiger
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Re: Oh HERR erbarm Dich uns‘rer Seelen

Beitrag von Rotzbengel Rüdiger »

Hinrich Hammerschmidt hat geschrieben:Meine Frau fand mich heute morgen in der Früh zusammengesunken neben meinem Lehnstuhl, das Tastenbrett mit den knöchrigen Händen umkrallt und einen Speichelfaden im Mundwinkel.
Werter Herr Hammerschmidt,

das kenne Ich. Der Herr Großpapa meines Kumpanen Arthur begann eines Tages auch, den Speichel nicht mehr im heimischen Munde zu behalten, nein, nein, nein. Sabberte dem Gemeindehaus den Teppich voll, da wurde er hinausgeworfen, der Speichelkleckerer, sapperlot. Der Herr Vater des Knaben Arthur, der sagte da mit geschlwollener Brust, der Großpapa, der wäre alt und könne den eigenen Körper nicht mehr kontrolieren, nein. Hurra, da wurde er in einen Stuhl gesetzt und durfte den ganzen Tag BibelTV glotzen, wie schön.

Umherhüpfend,
Rotzbengel Rüdiger
Tu das nicht, laß das sein, faß das nicht an. - so spricht der Vater, denn Zensur ist gut für Knabbub und Göre.

Im Übrigen bin Ich der Auffassung, daß das Internetz abgeschaltet gehört.

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Hinrich Hammerschmidt
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Re: Oh HERR erbarm Dich uns‘rer Seelen

Beitrag von Hinrich Hammerschmidt »

Werter Herr Rüdiger,

wohl war. Ein menschliches Leben scheint in der Rückschau so kurz, kaum hat man gelernt, den Speichel bei sich zu halten, so verlassen einen schon wieder die kräftigen Gesichtszüge und die soeben erlernte Fähigkeit. Scheinbar im Gegensatz zum Großpapa Ihres Gefährten Arthur schätze ich mich aber glücklich, ein Weib zu haben, das auch im hohen Alter noch auf robusten Knien fleißig mir hinterherwischen kann - ganz gleich, ob zu Hause oder im Gemeindehaus.

Speichelkleckernd unkeusche Werbeprospekte verbrennend,
Hinrich Hammerschmidt
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Wolfgang Schäuble, 2020

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Rotzbengel Rüdiger
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Re: Oh HERR erbarm Dich uns‘rer Seelen

Beitrag von Rotzbengel Rüdiger »

Werter Herr Hammerschmidt,

Hurra, eines Tages, da werde Ich auch ein schnaftes Weib zu meinen Füßen wissen, das da meine zittrigen Beine mit kaltem Wasser bespritzt, wenn Ich denn ein alter Mann bin, der ein redliches Leben hinter sich weiß.
Ich bin der Meinung, daß Sie ordentlich stolz auf Ihr tüchtiges Weib sein können, das Ihnen da den Speichel vom Schenkel wischt, ja, ja, ja.

Centmünzen einschmelzend,
Rotzbengel Rüdiger
Tu das nicht, laß das sein, faß das nicht an. - so spricht der Vater, denn Zensur ist gut für Knabbub und Göre.

Im Übrigen bin Ich der Auffassung, daß das Internetz abgeschaltet gehört.

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Opa Rauschebart
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Re: Oh HERR erbarm Dich uns‘rer Seelen

Beitrag von Opa Rauschebart »

Werter Herr Hammerschmidt,

stundenlang erstarrte ich hinter meinem Heimrechner als ich Ihr himmlisches Gedicht lus.
Die Erd' um mich herum verschwand und ich nahm nichts mehr wahr, als Ihre Strophen.
Wahrlich der Heil'ge Geist ist in Sie gefahren und führte Ihre altersschwache Hand.
GÖTTlich Wort von Menschenhand geschrieben!

Hosiannah in der Höh' jauchzend

Opa Rauschebart
***** Lernen durch Schmerz ****** Motivation durch Entsetzen*****

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Hinrich Hammerschmidt
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Re: Oh HERR erbarm Dich uns‘rer Seelen

Beitrag von Hinrich Hammerschmidt »

Werter Herr Rauschebart,

wie schön, daß die Zeilen auch einen alten, christlichen Haudegen wie Sie nicht unberührt lassen.
Mein ehemaliger Arzt verschrub mir einst Medikamente gegen eine Scheinkrankheit namens „Demenz“. Erst nachdem ich diese eigenmächtig wieder absetzte, begannen meine Anfälle, an deren Ende sich stets ein schnaftes Gedicht verfasst findet.

Uhren malend,
Hinrich Hammerschmidt
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Wolfgang Schäuble, 2020

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