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Anglizismen

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Moderator: Brettleitung

Thomasz
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Anglizismen

Beitragvon Thomasz » Sa 18. Aug 2012, 11:58

Guten Tag!
Ich hatte einen Denkanstoß bezüglich eines Punktes, der mir so einige Kopfschmerzen bereitet.
Es geht hierbei um die (Nicht) Verwendung von Anglizismen.
Natürlich ist mir klar und das finde ich auch gut, dass Lehnworte wie "Public Viewing", welches im Neudeutschen die Bedeutung eines Massenauflaufes mit dem Ziel, auf Großleinwänden Fußball zu gucken und im Englischen eine öffentliche Leichenschau bedeutet, hier nicht erwünscht sind. Doch ich finde, dass in einigen Punkten nachgedacht werden sollte.
Denn so sind zum Beispiel Worte wie "intellektuell" oder "interessant" ebenfalls keine deutschen Worte, sondern haben ihren Ursprung in einer anderen Sprache, hier im lateinischen.
Und so ist nun meine Frage, ob sich nicht darauf geeinigt werden kann, Eigennamen, und hierbei geht es nur um Eigennamen, in ihrer jeweiligen Sprache zu belassen und sie mit Anführungs- und Schlusszeichen zu kennzeichnen, wie das eigentlich im Allgemeinen mit Eigennamen so üblich ist.
Denn ich persönlich fände es, hätte ich zum Beispiel den Namen "Berger", der ja hier im Forum vom geschätzten Herrn Berger getragen wird, nicht allzu erfreulich, von den Engländern als "Mr. Mountain" tituliert zu werden.
Sollte die Gemeinde sich dagegen entscheiden, so werde ich mich dieser Entscheidung selbstverständlich beugen.
Mit freundlichen Grüßen,
Thomasz

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Sören Korschio
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Re: Anglizismen

Beitragvon Sören Korschio » Sa 18. Aug 2012, 12:04

Frl. Thomas!

Natürlich haben viele Worte der deutsche Sprache ihren Ursprung im Lateinischen. Im Englischen ist dies allerdings sehr selten - die Jugend findet es knorke und schnieke, deutsche Wörter mit englischen Wörtern auszutauschen bis diese sogar vom Duden anerkannt werden. Wir sind hier in erster Linie Anglizismen, nicht gegen Latinismen.

Oftmals sagt der Nachname viel über die Vergangenheit eines Menschen bzw. seiner Familie aus. Deswegen ist es nur gerecht, diese Information auch den Brettnutzern zur Verfügung zu stellen, die in der Fremdsprache Englisch weniger betucht sind - warum kritisieren Sie unsere Nächstenliebe?

Amen.

Sören Korschio
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Thomasz
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Re: Anglizismen

Beitragvon Thomasz » Sa 18. Aug 2012, 13:02

Vielen Dank für die Antwort!
Allerdings möche ich darauf hinweisen, dass ich ein Mann und keine Frau oder ein Fräulein bin.
Außerdem habe ich in keinem Teil des Beitrages Ihre Nächstenliebe kritisiert, das ist eine Unterstellung.
Aber ich muss Ihnen widersprechen, da meiner Meinung nach in der heutigen Zeit Nachnamen nicht mehr
sehr viel über eine Person aussagen. Das mag im Mittelalter einmal so gewesen sein, da damals die Menschen nach ihren Berufen benannt wurden und auch die Kinder, da sie im Regelfall die Berufe der Väter übernahmen. Doch bei den vielen "Müller" heißenden Menschen in Deutschland müssten eigentlich die Deutschen fast ausschließlich Mehl herstellen. Doch das ist nicht der Fall. Ich kenne zum Beispiel kaum einen Menschen, der "Bankier" zum Nachnamen heißt. Des weiteren wird ja der Beruf eines Menschen heutzutage erst im Verlaufe seines Lebens klar, im Gegensatz zu seinem Nachnamen, den er schon im sehr frühen Kindesalter, nämlich bei der Geburt, bekommt.
So ist zum Beispiel besagter Harald Töpfer von Beruf nicht Töpfer, sondern Schüler an der Schule "Vielfraßwarzen" (unredl. Hoghwarts), welche auch weder mit Vielfraßen noch mit Warzen etwas zu tun hat. Letzteres vielleicht im Fach "Heilkunde" oder "Zaubertränke brauen", doch schätze ich nicht, dass der Name dieser Schule daherrührt.
Mit freundlichen Grüßen,
Thomasz

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Re: Anglizismen

Beitragvon Andreas J. Kamm » Sa 18. Aug 2012, 13:45

Sehr geehrter Herr Thomas

Wenn ein Töpfer, Müller, Schmied oder Schreiner in die Schule geht, wird er zwar zu einem Schüler, aber er bleibt dennoch ein Töpfer, Müller, Schmied oder Schreiner. Ihre Herleitung des Namens "Hogwarts" ist übrigens sinnlos, da es diese Schule nicht gibt.

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Re: Anglizismen

Beitragvon Thomasz » Sa 18. Aug 2012, 14:20

Werter Herr Klamm,
Mir ist klar, dass "Hoghwarts" keine Schule ist, sondern ein fiktiver Ort.
Dann sollte man allerdings dasselbe Argument auf den Namen "Harry Potter" oder "Harald Töpfer", wie Sie sagen, anwenden, da auch er keine reale Person ist, sondern eine Erfindung einer Autorin.
Nachdenklich,
Thomasz

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Re: Anglizismen

Beitragvon Töpfer Karl » Sa 18. Aug 2012, 18:56

Werte Gemeindegäste,
Anglizismen sind notwendig für das "Leben einer Sprache". Das Übernehmen anderssprachiger Ausdrücke ist also wichtig, damit die Sprache nicht unüblich wird und sich von anderen Sprachen komplett abkapselt. Eine solche abkapselung würde dann ein Aussterben der Srache mit sich ziehen, wie es schon mit dem Lateinischen passiert ist.
Es ist aber nur notwendig, dass diese Wörter im Vokabular der Sprache existieren, sie zu verwenden ist eher nebensächlich.
Hochachtungsvoll.
Karl

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Re: Anglizismen

Beitragvon Martin Berger » Sa 18. Aug 2012, 19:08

Reden Sie keinen Unsinn, Herr Töpfer!

Wir haben selbst genug Wörter in unserem Wortschatz, der sich auch erweitern läßt, falls es notwendig sein sollte. Jedoch sollte eine solche Erweiterung mit unseren eigenen Worten stattfinden. Soll uns vielleicht, neben unserer Sprache, auch noch die Phantasie verloren gehen?

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Re: Anglizismen

Beitragvon Benedict XVII » Sa 18. Aug 2012, 19:15

Liebes Fräulein Töpfer,
Töpfer Karl hat geschrieben:Werte Gemeindegäste,
Anglizismen sind notwendig für das "Leben einer Sprache".

Wie an diesem Hort der Redlichkeit zu sehen ist: dies stimmt nicht.

Töpfer Karl hat geschrieben:Das Übernehmen anderssprachiger Ausdrücke ist also wichtig, damit die Sprache nicht unüblich wird und sich von anderen Sprachen komplett abkapselt. Eine solche abkapselung würde dann ein Aussterben der Srache mit sich ziehen, wie es schon mit dem Lateinischen passiert ist.

Sie bezeichnen das Lateinische als "ausgestorben"? Nun, ich erlebe das Latein Tag für Tag als sehr lebendig. Als einen Höhepunkt der Woche werde ich morgen eine auf Latein verlesene Heilige Messe besuchen. Auch bestehen Überlegungen, den Aufnahmetest auf dieses töfte Brett zukünftig auf Latein zu gestalten.

Töpfer Karl hat geschrieben:Es ist aber nur notwendig, dass diese Wörter im Vokabular der Sprache existieren, sie zu verwenden ist eher nebensächlich.
Hochachtungsvoll.
Karl

Die Deutsche Sprache umfasst zahlreiche moderne Worte, welche sich durchaus für den Alltagsgebrauch eignen. Töfte, Anschnur, Klugschnurlostelefon oder auch die erweiterte Bedeutung des Wortes Stehsegeln gehören hierzu. Oder das negative Wort Mörderspiel. Zahllose weitere Beispiele können Sie sich bei der Lektüre dieses Brettes erlesen.
Sie sehen, der Gebrauch unredlicher Anglizismen ist absolut nicht notwendig.

Grüße

Benedict XVII
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Re: Anglizismen

Beitragvon Töpfer Karl » Sa 18. Aug 2012, 19:47

Guten Tag,
das Lateinische ist nur noch als Teil anderer Sprachen und an bestimmten Orten wie der heiligen Messe anzutreffen. Deshalb wird es als ausgestorben angesehen.
Dankbar für Ihr Interesse,
Karl.

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Re: Anglizismen

Beitragvon CrazyWomen » Sa 18. Aug 2012, 19:56

Werter Herr Töpfer,

ich darf sie darauf Hinweisen das Latein noch Amtsprache im Vatikan ist und somit wohl kaum als ausgestorben angesehen werden kann.

auf etwas hinweisend
CrazyWomen

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Re: Anglizismen

Beitragvon Töpfer Karl » Sa 18. Aug 2012, 20:02

CrazyWomen hat geschrieben:Werter Herr Töpfer,

ich darf sie darauf Hinweisen das Latein noch Amtsprache im Vatikan ist und somit wohl kaum als ausgestorben angesehen werden kann.

auf etwas hinweisend
CrazyWomen

Aber das Lateinische entwickelt sich nicht stets weiter, wie aktuelle Sprachen.
auf etwas hinweisend,
Karl.

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Re: Anglizismen

Beitragvon E. Blake » Sa 18. Aug 2012, 21:58

Herr Benedict
Töfte, Anschnur, Klugschnurlostelefon oder auch die erweiterte Bedeutung des Wortes Stehsegeln gehören hierzu

Ausserhalb der redlichen Bretter und einer sehr geringen Zahl anderer, zum grössten Teil mit diesen verbundenen Seiten habe ich noch nie erlebt das jemand eines dieser Worte gebraucht.
Ausserdem handelt es sich mit Ausnahme von "töfte" auch nicht um echte Neuschöpfungen sondern um ebenso schlichte wie oft auch sinnbefreite Übersetzungen.
Und auch wenn man ein Lehnwort übersetzt bleibt es ein Lehnwort, das englische "U-Boat" ist immer noch ein Germanismus, obwohl es "eingeenglischt" wurde.
Bei einigen Ihrer Eindeutschungen handelt es sich desweiteren nicht einmal um Übersetzungen sondern um schlichte Angleichungen an die deutsche Schreibweise bei gleicher oder ähnlicher Aussprache (z.B. "Ätz" für "AIDS").
Das ändert alles nichts daran das es sich bei diesen Ausdrücken streng genommen immer noch um Anglizismen handelt.

Mit freundlichen Grüssen

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Re: Anglizismen

Beitragvon Sören Korschio » So 19. Aug 2012, 00:21

Guten Tag, Herr Schwarz!

Darf ich Ihren Beitrag zusammenfassen? Die Eindeutschungen sind semantischer Unsinn, aber trotzdem noch Anglizismen. Verstehe ich das so richtig?

Meines bescheidenen Erachtens nach, macht es in der Semantik überhaupt keinen Unterschied "anschnur", "an der Leine" oder "online" zu sagen - lediglich gewöhnt sind es viele Jugendliche einfach nicht. AIDS ist eine englische Abkürzung und würde im Deutschen korrekt mit EIDS übersetzt werden müssen.

Ihr,
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Re: Anglizismen

Beitragvon E. Blake » So 19. Aug 2012, 10:24

Herr Korschio
Die Eindeutschungen sind semantischer Unsinn, aber trotzdem noch Anglizismen. Verstehe ich das so richtig?

So in ungefähr.
Vor allem verfehlen sie das Ziel sich unabhängig von der englischen Sprache zu machen vollkommen.

Mit freundlichen Grüssen

E. Blake
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Re: Anglizismen

Beitragvon Marcel Müller » Mo 20. Aug 2012, 13:27

Blake,

Die englische Sprache besteht zu einem wesentlichen Teil aus einem Gemisch der Deutschen und der Französischen Sprache. Überspitzt formuliert ist Englisch eine schlechte Aussprache eines Deutsch-Französisch-Gemisch.

Und ich finde es nicht sehr töfte, dass zuerst aus der Deutschen (und der Französischen) Sprache das Englische gemacht wird und man nun in die entgegengesetzte Richtung wirkt, also das Englische wieder in das Deutsche einzubinden versucht. Und wenn es Gruppen gibt, die sich dagegen wehren und solche Anglizismen nicht verwenden trägt das nur zu einer Verlangsamung der Verblödung (Hier gleichzusetzen mit Amerikanisierung) bei und sorgt für eine ausgewogene Sprachenvielfalt welche in unserem kulturellen Chaos nur wünschenswert sein kann.


Anmerkend,

Marcel Müller
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