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Christ, Staat und Staatsgewalt

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G-a-s-t
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Registriert: Di 15. Sep 2015, 16:46

Christ, Staat und Staatsgewalt

Beitrag von G-a-s-t »

Werte Herren!

Bei manchen Christen herrscht - jedenfalls in der Theorie - die Ansicht, der Christ habe sich allen staatlichen Forderungen in jeder Hinsicht zu fügen, solange er damit nicht gegen ein ausdrücklich formuliertes Gebot Gottes verstoße. Oft wird diese Ansicht ins Feld geführt, um diejenigen, welche sich von dem weithin in Kirche und Gesellschaft gelebten Konformismus distanzieren, als im Irrtume befindlich darzustellen. In diesem Zusammenhang sei Folgendes notiert:

Daß Gott das so wolle, wird oft mit Röm 13,1 begründet:
Röm 13,1 (EÜ)
Jeder leiste den Trägern der staatlichen Gewalt den schuldigen Gehorsam. Denn es gibt keine staatliche Gewalt, die nicht von Gott stammt; jede ist von Gott eingesetzt.
Wir lesen hier nur von schuldigem, nicht uneingeschränktem Gehorsam, haben also mit der Hilfe Christi, seiner Kirche und anderer Schriftstellen zu klären, welchen wir schulden.
Außerdem - und das ist wichtiger, weil ganz konkret - lesen wir hier nicht vom Staate an sich, sondern nur der Staatsgewalt. Der Polizist, der uns im Namen des Staates fesselt, einsperrt, Hand an uns legt oder die Waffe auf uns richtet, er ist hierin immer von Gott eingesetzt.
Röm 13,2
Wer sich daher der staatlichen Gewalt widersetzt, stellt sich gegen die Ordnung Gottes, und wer sich ihm entgegenstellt, wird dem Gericht verfallen.
Der Gewalt des besagten Polizisten dürfen wir uns also nicht widersetzen und schon gleich gar nicht selbst ihm gegenüber gewalttätig werden. Über Widerrede oder das Mißachten von Anweisungen hingegen wird hier nichts gesagt. Das ist im Prinzip erlaubt. Freilich gilt es immer im Auge zu behalten:
1 Kor 6,12
Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles frommt.
Und es gilt im Auge zu behalten, daß die Gewalt Widerrede, nichtiges Geplapper und unerwünschtes Tun, wenn sie solches mitbekommt, immer auf ihre Weise abstellen kann. Hierfür ergriffene Gewaltmaßnahmen haben wir wieder widerstandslos über uns ergehen zu lassen.

In der Apostelgeschichte finden wir Beispiele dafür, wie die ersten Christen mit dem Staate und seiner Gewalt umgingen. Wenn Hand an sie gelegt wurde, ließen sich immer, wie es sich gehört, widerstandslos gefangennehmen, einsperren und auspeitschen. Daß mehr von ihm nicht verlangt wird, sah Paulus anscheinend z. B. so, als er den Hohepriester in der Annahme, er sei irgendein Ratsmitglied (also so etwas wie ein Richter, Polizist o. ä.) mit den löblichen Worten
Apg 23,3
Gott wird dich schlagen, du übertünchte Wand!
anfuhr.
Und wie reagierten die Apostel, als man ihnen das öffentliche Predigen verbot? Da hätten sie ja sagen können: Das ist natürlich kein Dauerzustand, aber wir können uns ja erstmal etwas zurückhalten und wenn Gott will, werden sich die Rahmenbedingungen gewiß bald wieder verbessern. Wozu immer vor einer größeren Öffentlichkeit predigen - der Herr selbst hat ja gesagt, es reiche, wenn zwei oder drei in seinem Namen versammelt seien. Alles hat seine Zeit, hat schon Kohelet gesagt - widmen wir uns also in diesen Tagen verstärkt dem stillen Gebet für die, zu denen uns der Kontakt jetzt verboten ist, und pflegen die geistige Gemeinschaft. Gott ist ja Geist, und es ist auch ein Vorteil, wenn wir uns das in Erinnerung rufen.
Hätten sie können. Es ist auch nicht klar, ob Gott das mißfallen wäre. Aber was entgegneten Petrus und Johannes dem Hohen Rat?
Apg 3,20
[W]ir können unmöglich schweigen von dem, was wir gesehen und gehört haben.
Deshalb wurden bald wieder Apostel ins Gefängnis gesteckt. Es wurde Nacht. Was tat Gott? Ließ Er ihnen ausrichten: Das habt ihr nun von eurer unnötigen Aufsässigkeit? Nein, Er zeigte Sein Wohlwollen, indem Er einen Engel schickte, der sie freiließ. Und dann? Wurden sie kompromißbereiter? Nein:
Apg 5,42
Sie hörten nicht auf, täglich im Tempel und in den Häusern zu lehren und die Frohbotschaft zu künden von Christus Jesus.
Wozu fortfahren? Lesen Sie die Apostelgeschichte, die bislang in der österlichen Zeit auch in öffentlichen Messen zu hören war, fügen Sie sich der staatlichen Gewalt, aber nicht dem Geist dieser Welt, tun Sie Ihre von Gott zugeteilte Arbeit und tun Sie, was zu tun ist, damit es kein böses Erwachen gibt, falls Christus plötzlich zum zweiten Mal kommt, von zwei mahlenden Weibern eines mitnimmt und eines zurückläßt und Sie fragt, was Sie gerade treiben.

Christe eleison!
Gast
Micha 6,8
Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir erwartet: Nichts anderes als dies: Recht tun, Güte und Treue lieben, in Ehrfurcht den Weg gehen mit deinem Gott.

Joh 14,6
Niemand kommt zum Vater außer durch mich (Jesus).

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