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Überleben beim Schützenfest

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Max Knuters
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Überleben beim Schützenfest

Beitragvon Max Knuters » Mi 3. Jan 2018, 21:20

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Einmal im Jahr ist in jedem Dorf der Ausnahmezustand. Diese Orgie heisst dann Feuerwehr-, Schützen-, oder Sängerfest oder meinetwegen auch Hühnerwämserball, ist vollkommen egal, weil is alles dasselbe. Dann wird ein Zelt irgendwo aufgebaut und mindestens drei Tage getestet, wieviel Ballerbrühe die alte Karkasse noch aufsaugen kann.
Dies fängt meist schon Tage vorher an, mit Kränzeflechten, Birkenbraken an die Verkehrsschilder nageln oder weiss der Henker: Hauptsache mit den Trecker rumnageln und eine Kiste Bier dabei.
Während die Männer in der Wildnis das gefährliche Tannengrün erlegen, sitzen die Weibchen im Kreis und basteln daraus meterlange Kränze.
So wird die traditionelle Rollenteilung gefestigt und keiner kommt auf dumme Gedanken. Die Sitte des Kränzens is uralt, früher bein Schützenfest kamen immer mehrere Leute zu Tode: Kaputtgesoffen, an der Theke totgetrampelt oder an der achten Bratwurst erstickt. Ja und weil das ganze Dorf nach dem Zeltfest zu tattrig war, um´nen Kranz für die Beerdigung zu flechten wurden die vorher auf Vorrat fertiggemacht.
Musste man Montag dann bloss noch auf Ende schneiden das Gestrüpp, Papierblume dran und ab damit zum Friedhof.
Heute gibt es ja kaum noch Tote bei Zeltfesten, nicht mal mehr Schlägereien - die waren ja früher der Höhepunkt.
Ein heimlicher Höhepunkt beim Zeltfest ist der spontane Unzucht an der Rückwand vom Festzelt.
Wenn die Kerle zum Urinieren irgendwo ins Gebüsch verschwinden, erinnern sie sich plötzlich, dass sie nicht bloß ein Loch im Kopf haben, wo man Bier reinschütten kann, sondern dass es zwischen den Beinen auch wieder raus kann.
Und mit dieser verkümmerten Restexistenz hatten sie früher doch auch immer viel Spass. Und jetzt schlägt die unzüchtige Phantasie gnadenlos zu: Unzucht ohne sich gross ausziehen zu müssen ist das Allergrösste. Die Hose ist noch auf vom Wasserlassen, quasi die halbe Miete.
Jetzt fehlt bloss noch die Gelegenheit. Doch da siehts dann finster aus: die Anzahl der willigen Tanten, die teilentblösst an der Zeltwand lehnen, hält sich doch in Grenzen.
Und so laufen Dutzende von halbbesoffenen Typen mit offener Hose hinterm Zelt rum und verstehen die Welt nicht mehr.
Müssen Sie mal drauf achten, so ab 23 Uhr etwa geht´s los: dann schleichen hier die Männer durchs Unterholz.
Offiziell wollen sie natürlich nur zehn Liter Gerstenaufguss nach draussen bringen, in Wahrheit sind sie auf der Suche nach unzüchtigen Abenteuern.
Es gibt auch Männer, die gehen Wasserlassenin den Toilettenwagen, die haben die Hoffnung schon aufgegeben, dass da draussen in der Wildnis noch irgendwas zu löten wäre. Aber auch bei den anderen sieht die Realität nicht besser aus: Nach dem Wasserlassen kommen sie total frustriert wieder zurück ins Zelt.
Früher entlud sich dann der Frust in einer männlichen Ersatzbefriedigung: Der Massenschlägerei.
Haben wir schon gesehen:Gibt es heute kaum noch.
Was also bleib, ist das EINE: Körper stillegen durch brachiale Alkoholzufuhr.
Das hört sich einfach an, ist es aber nicht, weil beim Zeltsaufen gibt es festgelegte Rituale, die man unbedingt beachten muss:
1. Ein Bier zu bestellen geht gar nicht. Damit sagt man, dass man eine knickrige Sau ist, keine Freunde hat oder Antialkoholiker ist oder SPD-Mitglied, quasi das Allerletzte.
2. Also immer mindestens zehn Stück, einen Meter oder ein ganzes Tablett. Nie vorher abzählen, wieviel Leute um einen herumstehen und dann genau die Anzahl bestellen. Am Besten irgendeine Zahl über die Theke rufen und ab dafür.
3.Ganz falsch: Die Umstehenden fragen, ob sie überhaupt noch ein Bier haben wollen. Wichtige Regel: gefragt wird nicht. Saufen ist schliesslich kein Spass.
4. Wenn der Stoff da is, nicht blöd rumgucken und überlegen, wem man denn eins in die Hand drücken soll.
Am besten die Gläser wild in der Umgebung verteilen, denn nur so zeigt man seine Grosszügigkeit. Nur der kleinkarierte Schnösel stellt sich da an.
5. Wer zahlt die nächste Runde? In der Regel kommt jeder der Reihe nach dran.
Ganz miese Strolche saufen die ersten neun Runden an der Theke mit und wenn sie an der Reihe wären, müssen sie plötzlich auf die Toilette.
Der erste Besteller bestimmt meist die Dauer des Projekts: wenn er zwölf Bier bestellt, müssen alle solange warten, bis zwölf Runden durch sind.
Wichtiger ist, dass der Strom nie abreisst. Also wenn alle noch die Hälfte im Glas haben, sofort die nächste Runde ordern und das neue Glas in die Hand drücken.
Was voll peinlich ist: Mit zwei Gläsern in der Hand an der Theke stehen, deshalb ist Tempo angesagt beim Reinschütten, ist schliesslich kein Kindergeburtstag.
6. Richtig fiese Schweine bestellen zwischendurch noch eine Runde Korn oder die absolute Hölle: Jägermeister, eine Art grünes Schlangengift, das mit dem Eiter von toten Fröschen verfeinert wurde.
Hier wirds ernst. Sollte sich so etwas andeuten, kann man bloss noch die Flucht ergreifen. Merke: Biersaufen kann man überleben auf dem Zeltfest mit etwas Planung und Glück; nach Jägermeisterweigert sich sogar der Notarzt, diese Schweinerei wiederzubeleben.
7.Konsequent durchgezogen, sind .Sie normalerweise in demm Zelt um halb Neun stramm wie ein Dutzend Kesselflicker
Geht natürlich nicht, weil Sie können ja noch nicht nach Hause, wegen Verdacht auf Weichei sein
.Was also dann? Pause machen! Dafür sind in der Regel zwei Sachen vorgesehen: Bratwurstvertilgen und Tanzen.

Erstens: Bratwurstfressen
Vorteil: an der Bude gibt es kein Jägermeister, da sind Siealso eine Zeit lang sicher vor der Alkoholvergiftung durch andere.
Nun sind die Bratwurststände auf Zeltfesten immer so konzipiert, dass die Nachfrage immer grösser ist als das Angebot.
In der Bude arbeiten auch meistens Fachkräfte, denen man beim Grillen die Schuhe besohlen kann
Einzige Qualifikation: Sie können mit einem Sauerstoffanteil in der Luft von unter 1% überleben, deswegen wirken sie auch so scheintot.
Nun sagt der Laie: Was für ein Mist, das könnte man doch viel besser organisieren: Im Nu kämen die Riemen übern Tresen.
Falsch: die mickrigen Bratwurstbuden mit den Untoten am Grill stehen da nicht aus Versehen, sondern absichtlich.
Hier kann man Asyl beantragen von der Sauferei und je länger man auf den verkohlten Prengel warten muss, desto grösser die Überlebenschance.

Zweitens Tanzen:
Im Vergleich zu Bratwurstvertilgen natürlich die schlechtere Wahl, weil es sehr anstrengend mit den Weibern ist.
Aber irgendwann geht halt kein Riemen mehr rein in den Pansen und Sie müssen in den sauren Apfel beißen.
Also Los, einen Rochen von den Bänken gerissen und irgendwie bescheuerte Bewegungen machen. Wenn Sie Glück haben, spielt die Kapelle mehr als zwei Stücke und Sie können sich ein paar Bier ausn Rippen schwitzen. Haben Sie Pech, kommt nach dem ersten Stück der Thekenmarsch und Sie stehen wieder da, von wo Sie gerade geflohen sind.

Drittens: Sektbar
Eine richtig gruselige Bude, quasi die Abferkelkasten im Festzelt. Hier ist es so voll und eng, hier bleiben Sie auch noch stehen, wenn es eigentlich nicht mehr geht.
Es soll schon Kriegsverletzte gegeben haben, denen hat man in der Sektbar beide Beinprothesen geklaut und sie haben es nicht gemerkt.
Doch der Preis, den Sie für die Stehhilfe zahlen, ist hoch:
Sie müssen Sekt saufen aus so mickrigen Blumenvasen, die man von der Potenzprobe beim Urologen her kennt.
Ziemlich eklig alles. Wenn es keine Sektbar gibt, gibt es meist ein Hahnenschwanzstand: Hahnenschwanz heisst im Zelt aber nicht Caipirinha oder Margerita, sondern Fanta/Korn oder auch mal Korn mit Fanta.
Also vorsichtig. Hier kann es ganz schnell zuende gehen. Doch bevor Sie nach Hause dürfen, kommt noch ein ganz wichtiger Punkt, nämlich...

Viertens: Kotzen
Klingt schlecht, Sie werden aber dankbar sein, wenn Ihnen Ihr Körper dieses Geschenk bereitet.
Sie haben wieder Platz für neue Bratwürste und vielleicht sogar Glück, dass Sie die letzten zwanzig Bier noch erwischen, bevor sie Ihr Gehirn erreicht haben.
Der Professionelle jedenfalls kotzt oft und gern.
So jetzt wären wir auch schon bald beim nachhausegehen. Doch nichts da:
Wenn Sie aber den Zeitpunkt verpasst haben und Sie kommen vom Urinieren oder Bratwurstkotzen wieder ins Zelt und es sind bloss noch zwanzig Mann übrig. Pech gehabt!

Fünftens: Die Letzten
Ab jetzt geht es um so spannende Sachen wie Fass aussaufen- es ist immer mehr drin, als Sie denken, oder Absacker trinken.
Wenn es Jägermeister ist, können Sie sich gleich den Umweg über den Notarzt sparen und gleich den Bestatter anrufen. Jeder passt jetzt auf, dass keiner heimlich abhaut.
Die ersten sacken einfach so vor der Theke zusammen, damit sie jedenfalls nicht noch mehr trinken müssen.
Vorteil dieser Phase des Zeltfestes: Sie müssen nicht mehr extra nach draußen laufen zum Urinieren und Kotzen: Es geht jetzt alles vor Ort.

Sechtens: Nach Hause
Fällt aus. Machen Sie sich keine Illusionen: allein schaffen Sie es eh nicht mehr, Taxis gibt es nicht auf dem Land und wenn, würden die Sie so eh nicht mehr mitnehmen.
Ihre Frau kommt nicht, um Sie abzuholen, die ist froh, dass dieses Wrack nicht in der Wohnung liegt und der Gestank in die Möbel zieht. Was bleibt ist:

Siebtens: Der Morgen danach
Die ersten Sonnenstrahlen brechen durch die Ritzen in der Zeltplane. Sie werden wach von einem Zungenkuss, wie Sie ihn noch nie in deinem Leben bekommen haben. Leidenschaftlich küssen Sie zurück.
Dann machen Sie Ihre verklebten Augen auf und blicken in das fröhliche Gesicht des zotteligen Köters von dem Karusselfritzen.
Und mit einem eigenen Beitrag zum Thema Würfelhusten fängt der Tag wieder an.
Ihr Kopf fühlt sich an wie nach einem Steckschuss.
Jetzt hilft nur noch: Stützbier, bis die Maschine wieder halbwegs normal läuft.........

Maximilian Knuters

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Re: Überleben beim Schützenfest

Beitragvon Antrophos » Mi 3. Jan 2018, 21:58

Herr Knotens,
denken Sie, diese Orgien interessieren Irgendjemanden? Und schreiben Sie gefälligst Hochdeutsch! Ihre Ausdrucksweise ist eine Schande!
Entrüstet,
Eduard Anthropos

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Re: Überleben beim Schützenfest

Beitragvon Martin Frischfeld » Mi 3. Jan 2018, 23:21

Herr Knuters,

was müssen meine müden Auge da lesen? Ihre dargebotenen Sünden und Ketzereien vollständig aufzuzählen gleicht einer Qual, die einem ausschließlich in der Hölle auferlegt würde.
Es bleibt also nichts anderes, als sich von Ihnen und Ihrem dümmlichen Geschreibsel angewidert abzuwenden.
Ich sehe bei Ihnen diverse psychopathologische Probleme.

Besorgt,
Martin Frischfeld
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Re: Überleben beim Schützenfest

Beitragvon Walter Gruber senior » Do 4. Jan 2018, 08:53

Sehr geehrter Herr Knuters,

für uns Christen bietet der regelmäßige Besuch der Heiligen Messe orgiastische Freuden, die jedoch NICHT mit dem Genuss irgendwelcher Suchtmittel oder unmäßiger Völlerei verbunden sind und die es uns erlauben, am folgenden Tage frisch gestärkt unser Tagewerk wiederaufzunehmen. Gehen Sie gefälligst zur Beichte und berichten Sie Ihrem Pfarrer von Ihren Ausschweifungen und enthalten Sie sich fortan der Fresserei und der Sauferei!

Gruß,
Walter Gruber
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Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie. (Matthäus 13, 45-46)

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Re: Überleben beim Schützenfest

Beitragvon Hagbard Celine » Fr 5. Jan 2018, 14:06

Pfui, Herr Knuters,

wie kann man die töfte deutsche Brauchtumspflege so diskreditieren? Sie kommen wohl aus Anderswoland, dass Sie das Biertrinken nicht beherrschen und die Geselligkeit ablehnen. Gehen Sie dahin zurück, wo Sie herkommen. Vermutlich Frankreich.

Abgestossen:
HC


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